Erste macht 1,49 Milliarden Euro Verlust

Die Erste Bank hat im dritten Quartal 2011 einen Verlust von 1,49 Milliarden Euro verbucht. Schuld daran sind laut der Bank hohe Abschreibungen auf Ost-Banken, Staatspapiere und Credit Default Swap-Abwertungen. Erste-Chef Treichl, gegen den seit einigen Tagen die Finanzmarktaufsicht ermittelt, verteidigte sich unterdessen gegen den Verdacht der Marktmanipulation.

Nach neun Monaten lag der Nettoverlust der Bank bei 973 Millionen Euro. Die Vergleichsdaten für 2010 korrigierte die Erste Group rückwirkend, weil Credit Default Swaps nicht mehr länger als Garantien bewertet werden konnten, sondern als Derivate und damit zum Marktwert verbucht werden mussten. Damit wurden die vorjährigen Gewinne rückwirkend geringer.

Erste-Chef Treichl berichtete, dass das CDS-Portfolio von 5,2 Milliarden Euro per Ende September "bis gestern auf 0,3 Milliarden Euro abgebaut" worden sei. Der Rest werde in den nächsten Tagen folgen. Nach Erste-Angaben wurden die Positionen am Markt verkauft. Daraus erwuchsen keine zusätzlichen negativen Effekte auf die Ergebnisrechnung.

Zu den neuen Kapitalvorgaben nach den jüngsten EU-Gipfelbeschlüssen hielt Treichl fest, "bei normalem Geschäftsverlauf sollte es möglich sein, den zusätzlichen Kapitalbedarf über die bis Juni 2012 erwirtschafteten und einbehaltenen Gewinne nahezu vollständig abzudecken." Die Großbanken brauchen bis Juni 2012 mindestens neun Prozent hartes Kernkapital.

Weil Treichl am 29. September in einem Reuters-Interview erklärt hatte, die Bank halte an ihrer Gewinnprognose für 2011 fest - und knapp zwei Wochen später eine Verlustwarnung über 800 Millionen Euro machen musste, ermittelt seit einigen Tagen die Finanzmarktaufsicht wegen des Verdachts der Marktmanipulation und Verletzung der Ad-hoc-Pflicht. Treichl verteidigte sich am Freitag in seinem Aktionärsbrief zum Neunmonatsergebnis gegen die Vorwürfe. Er sprach von "Unklarheit", die es in dem Zusammenhang in Österreich gegeben habe. In den Medien sei berichtet worden, "ich hätte für Ende September ein - tatsächlich nicht existierendes - Gewinnziel bestätigt, obwohl jeder, der die Erste Group genauer beobachtet, weiß, dass wir schon seit mehr als drei Jahren keine Gewinnprognosen gemacht haben."

Stattdessen, so der Erste-Chef, veröffentlichte die Erste Group einen Ausblick auf das operative Ergebnis. Treichl: "Während mein Hinweis auf ein starkes Betriebsergebnis im ursprünglichen, deutschsprachigen Bericht von Reuters sehr wohl enthalten war, war dies bei darauf folgenden Medienberichten offenbar nicht mehr der Fall. "Das ist meiner Ansicht nach äußerst bedauerlich", schreibt Treichl seinen Aktionären, "allerdings auch nicht verhinderbar".

- APA

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