Erneut Rauch und Dampf über AKW Fukushima

Fortgesetzte Hitzeentwicklung erschwert die Bemühungen der japanischen Behörden, das teilweise zerstörte Atomkraftwerk Fukushima unter Kontrolle zu bringen. Der Rauch, der auch am Dienstag wieder über Reaktorblock 3 aufstieg, könnte nach Angaben des japanischen Verteidigungsministers Kitazawa von brennenden Trümmern stammen.

Die Einsatzkräfte und Arbeiter waren am Montagabend in Sicherheit gebracht worden, um sie nicht noch stärker zu gefährden. Am Dienstag wurden die Arbeiten zur Wiederherstellung der Stromversorgung für die Reaktortechnik dann wieder aufgenommen, wie der Sprecher der Atomsicherheitsbehörde (NISA), Hidehiko Nishiyama, erläuterte.

Die Reaktorblöcke sollen in den nächsten Tagen erneut mit Wasser besprüht werden, um eine Überhitzung zu vermeiden. Aufgrund der Nachwärme in den Reaktoren verdampfe das bisher zugeführte Wasser, sodass eine Fortsetzung des Einsatzes von Pumpen und Wasserwerfern erforderlich sei, sagte Nishiyama.

Unterdessen wurde eine starke radioaktive Belastung des Meerwassers festgestellt. Bei Jod-131 sei ein Wert gemessen worden, der das gesetzliche Maximum um den Faktor 126,7 übersteige, berichtete der Fernsehsender NHK. Bei Cäsium-134 sei die Verstrahlung 24,8 Mal, bei Cäsium-137 16,5 Mal so hoch wie zulässig. Nach Auswertung der Probe von einem Standort 100 Meter südlich des havarierten Kraftwerks kündigte die Betreibergesellschaft Tepco weitere Tests vor der Ostküste der japanischen Hauptinsel Honshu an.

"Wir betrachten das nicht als eine externe Bedrohung", sagte Nishiyama unter Hinweis auf die Evakuierungszone im Umkreis von 20 Kilometern rund um das Kraftwerk Fukushima-Eins. Eine Ausweitung der Zone sei bislang nicht geplant, sagte Regierungssprecher Yukio Edano.

Die Zahl der Toten nach der Naturkatastrophe in Japan steigt zusehends. Inzwischen seien mehr als 9.000 Tote registriert, teilte am Dienstag die Polizei mit. Bisherigen Angaben zufolge dürften insgesamt mehr als 20.000 Menschen Beben und Tsunami vor elf Tagen nicht überlebt haben. Mehr als 10.000 Japaner werden nämlich noch vermisst.

- APA

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