Erdbeben bedroht japanische Wirtschaft

Das verheerende Erdbeben in Japan hat auch massive Auswirkungen auf die Wirtschaft des Landes. Am Freitag drehten die Kurse an der Tokioter Aktienbörse kräftig ins Minus. Auch die japanische Währung Yen geriet stark unter Druck, konnte sich im Handelsverlauf wieder erholen. Die Bank of Japan hat ihre Unterstützung zugesichert.

Das Beben im Nordosten des Landes ließ rund eine Viertelstunde vor Handelsschluss auch in Tokio die Häuser wanken. Der Betrieb an der Börse lief zwar weiter, aber die Anleger wollten wegen des Bebens ihr Risiko reduzieren - als sicher geltende Staatsanleihen verbuchten einen Kurssprung. Auch vor dem Beben hatten bereits Sorgen über den hohen Ölpreis und dessen Folgen für die Weltkonjunktur die Kurse belastet.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index beendete den Handel mit einem Abschlag von 1,7 Prozent auf 10.254 Punkten. In Singapur gehandelte Futures auf den Nikkei fielen allerdings nach dem Handelsschluss in Tokio unter 10.000 Punkte. Auch die anderen asiatischen Börsen notierten fast ausnahmslos deutlich schwächer.

Nach dem schweren Erdbeben ist der Yen unter Druck geraten. Der Yen konnte sich im Handelsverlauf am Freitag aber wieder erholen. In den Handelsräumen wurde darüber spekuliert, dass die Japaner - wie auch schon nach dem schweren Beben von Kobe im Jahr 1995 - Fremdwährungen wieder zurückführen. Dies ließ die Landeswährung zum Dollar bis auf 82,59 (spätes Vortagesgeschäft: 82,92) Yen steigen. Händlern zufolge hatte ein Privatanleger zuvor in großem Stil verkauft und damit Nachfolgeorders ausgelöst.

Die Bank of Japan (BoJ) sicherte massive Unterstützung zu. Wie die Notenbank am Freitag in Tokio mitteilte, wird sie alles tun, um die Stabilität der Finanzmärkte zu sichern und Liquidität bereitzustellen. Es sei eine Arbeitsgruppe zur Beobachtung der Folgen auf die Banken gebildet worden.

Händler in Frankfurt sprachen von einem recht ruhigen Geschäft. "Wir hatten auch erwartet, dass das Beben in Japan den Forex-Markt ordentlich in Bewegung bringt, aber es tut sich nichts. Ich bin etwas perplex.", sagte ein Devisenhändler. "Der Euro-Gipfel steht hierzulande offenbar mehr im Fokus als das Seebeben. Und da ist zunächst Abwarten angesagt." Der Euro notierte um 1,3818 (1,3797) Dollar (1,0001 Euro) und damit etwas höher als im späten Vortagesgeschäft.

Japans Finanzminister Noda signalisierte trotz der hohen Verschuldung Handlungsbereitschaft. Er werde den Handel mit japanischen Staatsanleihen genau beobachten. Die hohen Schulden dürfte die Regierung nicht von notwendigen Maßnahmen abhalten, um die Folgen des Erdbebens aufzufangen. Die Bank of Japa sicherte bereits ihre Unterstützung zu. Wie die Notenbank in Tokio mitteilte, werde sie alles tun, um die Stabilität der Finanzmärkte zu sichern und Liquidität bereitzustellen. Es sei eine Arbeitsgruppe zur Beobachtung der Folgen auf die Banken gebildet worden.

- APA

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