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Energie AG will 4 Mrd. in Energiesystem in OÖ investieren

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Die Energie AG Oberösterreich (EAG) will ein neues Energiesystem für das Bundesland aufbauen und dafür aus heutiger Sicht rund 4 Mrd. Euro ausgeben. Der Aufsichtsrat habe jetzt grünes Licht für ein entsprechendes Strategieprojekt gegeben, berichtete der Vorstand unter CEO Leonhard Schitter in einem Hintergrundgespräch am Freitag in Linz. Ein Teil davon ist ein Pumpspeicherkraftwerk in Ebensee, dessen Bau nunmehr beschlossen wurde.

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Die Energie AG Oberösterreich (EAG) will ein neues Energiesystem für das Bundesland aufbauen und dafür aus heutiger Sicht rund 4 Mrd. Euro ausgeben. Der Aufsichtsrat habe jetzt grünes Licht für ein entsprechendes Strategieprojekt gegeben, berichtete der Vorstand unter CEO Leonhard Schitter in einem Hintergrundgespräch am Freitag in Linz. Ein Teil davon ist ein Pumpspeicherkraftwerk in Ebensee, dessen Bau nunmehr beschlossen wurde.

Das Vorhaben in Ebensee hat eine lange Historie: 2005 hat die Energie AG insgesamt 20 mögliche Standorte sondiert. 2017 war die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für den ausgewählten Standort Ebensee abgeschlossen. Da gingen aber die Strompreise in den Keller, das Projekt war nicht rentabel und wanderte in die Schublade.

In den vergangenen zwei Jahren wurden die Preiskonstellationen andere. Dazu kam ein großer Ausbau bei den Photovoltaikanlagen. Deren Stromproduktion ist tages- und jahreszeitlich unterschiedlich, auch Windkraftanlagen liefern nicht gleichmäßig. Das muss nun zur Versorgungssicherheit mit einer "grünen Batterie" ausgeglichen werden. Das Speicherkraftwerk pumpt mit billigem Überschussstrom Wasser aus dem Traunsee fast 500 Meter hoch in einen Speicher im Gebirge. Bei Bedarf wird es abgerufen und liefert Energie, die ansonsten fossil produziert oder zugekauft werden müsste.

Der Speicher hat eine Leistung von 170 Megawatt und kann 10 Volllaststunden Strom erzeugen. Mit kalkulierten 451,3 Mio. Euro in vier Jahren Bauzeit ist das die bisher größte Einzelinvestition der Energie AG. Die Finanzierung werde vom Unternehmen selbst aufgestellt, vom Bund käme keine, es gebe aber auch Gespräche mit der Europäischen Investitionsbank (EIB).

Die nunmehr vom Aufsichtsrat vorgegebene neue strategische Ausrichtung der EAG soll ihr die Klimaneutralität bis 2035 bringen. Sie trägt die Bezeichnung Loop, weil es mit Erneuerbaren-Ausbau großteils in Österreich, aber auch in Deutschland, Italien und Slowenien mit insgesamt zusätzlichen 1,2 Terawattstunden vom fossilen zum "Green Lifecycle" und somit zur Dekarbonisierung führen soll.

Aktuell werden rund 2,45 TWh an Strom aus erneuerbaren Quellen aufgebracht. Der größere Teil des zusätzlichen Produktionsvolumens soll aus dem Bereich Windkraft kommen, massiv ausgebaut werden soll auch die Photovoltaik. Dazu sind aber auch Stromspeicher wie Pumpspeicherkraftwerke und Großbatteriesysteme notwendig. Auch grüner Wasserstoff als Alternative zu Erdgas soll mit Beteiligungen bis 2028 intensiviert werden. Nicht zuletzt sollen die Kapazitäten in der Wasserkraft erweitert werden. Konkrete Projekte sind der Neubau des Wasserkraftwerkes Weißenbach und der Ersatzneubau Traunfall.

Um den Kunden des Ausstieg aus fossilen Energieträgern zu ermöglichen, will die EAG auch die Fernwärme massiv ausbauen, Wärmepumpen forcieren und bis 2035 bis zu 50.000 Ladepunkte für das Fahrzeug-Laden daheim, am Arbeitsplatz, für Fuhrpark und öffentliches Laden aufstellen - derzeit sind es 2.000.

Zum Transport der notwendigen Energie sollen die Stromnetze stark ausgebaut werden, allein dafür sind 2 Mrd. Euro vorgesehen. Zusammengerechnet sind das etwa 4 Mrd. bis 2035. Eine Mittelfristplanung für fünf Jahre geht von 2,5 Mrd. für Ebensee und Maßnahmen für den Loop aus. Das sei für das Unternehmen ein Wachstumsprojekt, das auch rund 300 zusätzliche Beschäftigte erfordern und für die gesamte Belegschaft die Attraktivität des Arbeitsplatzes steigern werde.

"Wir wollen, können und haben das Geld, um ein neues Energiesystem aufzubauen", versichert der Vorstand. Voraussetzung sei aber ein Rahmen, "dass wir das auch dürfen". Dazu seien die entsprechenden Regulative beispielsweise für Netzausbau, Wasserstoff-Einsatz, Förderung von Batterien und Elektrolysen notwendig, fordert er.

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