Elsners Haft für Arzt 'nicht zu verantworten'

Ex-BAWAG-Generaldirektor Elsner sollte eigentlich seit der vergangenen Woche wieder in seine Zelle in der Justizanstalt Wien-Josefstadt sein. Doch er befindet sich weiterhin im Wilhelminenspital. Laut Justizanstalt dauert die Behandlung "länger als geplant, aber es ist nichts Dramatisches". Dem widersprechen die Spitalsärzte: Elsners Haft sei "nicht mehr zu verantworten".

Kurt Huber, Vorstand der 3. Medizinischen Abteilung im Wilhelminenspital, behandelt Elsner bereits zum mittlerweile fünften Mal. In einem mit 30. Juni datierten und an die Justizanstalt gerichteten Arztbrief, der der APA vorliegt, betont der anerkannte Herz-Spezialist, eine stationäre Entlassung Elsners sei "wegen der nötigen therapeutischen Maßnahmen derzeit nicht möglich". Der Gesundheitszustand des mittlerweile 76-Jährigen habe sich seit einer Bypassoperation im Jahr 2007 "nachweislich schrittweise verschlechtert". Huber verweist auf "die permanente Stressbelastung in der Justizanstalt, die den Patienten mit zunehmender Dauer in der Haft extrem belastet und immer wieder Anlass für Angina Pectoris-Beschwerden und hypertensive Krisen ist".

Erschwerend komme hinzu, "dass die medizinische Versorgung in der Haftanstalt [..] weder strukturell noch personell gegeben ist". Wie Huber in diesem Zusammenhang erwähnt, musste Elsner einmal nachweislich bei akuten Beschwerden ein bis zwei Stunden auf ärztliche Hilfe warten.

Die wiederkehrenden stationären Aufnahmen im Wilhelminenspital bedingt durch intraktable hypertensive Krisen, kardiale Dekompensation und die Angina Pectoris-Symptomatik beweisen laut Huber "die Unmöglichkeit einer adäquaten medizinischen Betreuung in der Justizanstalt". Bei "Fortbestehen der Inhaftierung unter den gegebenen Bedingungen" rechnet der bekannte Kardiologe "kurz- bis mittelfristig mit schwerwiegenden Komplikationen" - Huber zählt taxativ "Dekompensation, Infarkt-, Schlaganfall, Tod" auf.

- APA

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