"Einen Zusammenschluss wird es nicht geben"

Hiesinger will den Umbau von ThyssenKrupp vorantreiben und das Technologiegeschäft mit Fahrstühlen, Anlagen oder U-Booten stärken.

"Einen Zusammenschluss wird es nicht geben. Anderslautende Spekulationen und Gerüchte entbehren jeglicher Grundlage", sagte der Manager in einem am Freitag veröffentlichten Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er wolle ThyssenKrupp zu einem diversifizierten Industriekonzern wandeln. Ein Unternehmen mit einem Umsatz von rund 40 Milliarden Euro könne dies alleine stemmen. In den vergangenen Monaten war am Markt und in Medien immer wieder gemutmaßt worden, ThyssenKrupp- und Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme wolle die Konzerne zu einem neuen Industriegiganten verschmelzen. Auch Siemens hatte diese Gedankenspiele ins Reich der Fabel verwiesen.

Hiesinger, der selbst von Siemens zu ThyssenKrupp gewechselt war, will von Abwerbungen zwischen den beiden Unternehmen nichts wissen. "Siemens und ThyssenKrupp werben keine Mitarbeiter voneinander ab", sagte er der Zeitung. Es könne allerdings sein, dass es in den nächsten Monaten noch den einen oder anderen Wechsel gebe. Bereits bekannt ist der Wechsel des Siemens-Forschungschefs Reinhold Achatz, der in ähnlicher Funktion ab April für ThyssenKrupp tätig wird.

Konzernumbau

Hiesinger will den Umbau von ThyssenKrupp vorantreiben und das Technologiegeschäft mit Fahrstühlen, Anlagen oder U-Booten stärken. Er hatte vor gut einem Jahr die Führung des Mischkonzerns mit rund 170.000 Mitarbeitern vom langjährigen Chef Ekkehard Schulz übernommen. Unter Schulz war ein Großteil der Investitionen in die Stahlsparte geflossen, die auf die neuen Werke in Übersee Milliardensummen abschreiben musste. Unter dem Druck von rund sechs Milliarden Euro Schulden stößt Hiesinger Beteiligungen wie die Edelstahlsparte und Autozulieferer ab.

Kleinere Zukäufe, etwa in der profitablen Aufzugssparte, soll es auch in Zukunft geben, größere Akquisitionen peilt er aber nicht an. "Wir haben unglaublich viele organische Wachstumschancen", sagte Hiesinger der "FAZ". Der Konzern könne existierende Geschäfte sowohl regional ausbauen als auch durch Investitionen in neue Produkte und Lösungen. Erst wenn solchen Chancen genutzt worden seien, könne das Unternehmen beschleunigtes Wachstum durch Akquisitionen erwägen.

Reuters

Wirtschaft

12 Fragen: Den Brexit verstehen

Sturmschäden: Wann die Versicherung zahlt

Versicherung

Sturmschäden: Wann die Versicherung zahlt

Bitcoins aus der Trafik: Grazer Start-up braucht keine Bankkonzession

Wirtschaft

Bitcoins aus der Trafik: Grazer Start-up braucht keine Bankkonzession