Die Ratingagentur Moody's stuft die Bonität Portugals herab

An den internationalen Finanzmärkten wächst die Sorge um die Kreditwürdigkeit Portugals. Die Rating-Agentur Moody's stufte die Bonität portugiesischer Staatsanleihen um zwei Noten von AA2 auf A1 herunter.

Eine schlechtere Bewertung der Bonität macht es für ein Land schwerer, über die Ausgabe von Staatsanleihen an Geld zu kommen. Eine schlechtere Note lässt üblicherweise die Zinsen steigen, die das Land für das geliehene Geld zahlen muss. Schon im April hatte die Rating-Agentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit Portugals herabgestuft.

Moody's erklärte nun, die Verschuldungslage von Portugal werde sich wohl "mindestens weitere drei Jahre lang" verschlechtern. Die Staatsverschuldung könne dabei auf bis zu 90 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Zuletzt sei die Verschuldung des Landes weiter gestiegen, weil durch die Krise größere Ausgaben für die Sozialsysteme entstanden seien. Ob von der Regierung in Angriff genommene Reformen und Sparanstrengungen ausreichten, bleibe abzuwarten.

Währendessen sprach sich EZB-Chef Jean-Claude Trichet für ein Ende des Oligopols der Ratingagenturen aus. Es seien mehr als drei größere Agenturen nötig, sagte Trichet in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der Zeitung "Liberation". Grund sei, dass die Vorherrschaft der drei Unternehmen Marktbewegungen verstärke. "Das widerspricht der Finanzstabilität", sagte er. "Es ist wahrscheinlich angemessen, das Oligopol der drei Agenturen aufzubrechen." Dahinter müsse aber das Bemühen stehen, den Einfluss der Rating-Einscheidungen auf Marktbewegungen zu dämpfen. Derzeit teilen sich die Agenturen Moody's, Standard & Poor's und Fitch den Ratingmarkt.

APA/Red

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