"Die Liquidität kommt ihnen zu den Ohren heraus"

Für den US-Milliardär Warren Buffett sind die Banken in den USA in “guter Verfassung”, und zwar insbesondere im Vergleich mit der Konkurrenz aus Europa.

“Die Liquidität kommt ihnen zu den Ohren heraus”, sagte Buffett, dessen Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway mehr als
20 Mrd. Dollar in US-Banken investiert hat, auf der Hauptversammlung in Omaha im US-Bundesstaat Nebraska.

“Ich würde europäische Banken und US-Banken in völlig unterschiedliche Kategorien einordnen”, sagte Buffett, “das Bankensystem in Amerika ist in guter Verfassung. In Europa rang die Branche noch bis vor wenigen Monaten um Luft”, sagte Buffett, und zwar bevor die Europäische Zentralbank eingeschritten sei.

Wall Street Banken, darunter JPMorgan Chase. und die Bank of America Corp., sind in der Tat wieder erstarkt. Sie haben ihre Kapitalausstattung verbessert, bevor internationale Richtlinien dazu erlassen wurden. Nun stemmen sich die Häuser gegen die Absicht amerikanischer Politiker, den Banken im Handel und Risikomanagement Beschränkungen aufzuerlegen.

Mühevolle Rekapitalisierung in Europa

Die Banken in Europa bekunden angesichts der Schuldenkrise Mühe bei der Rekapitalisierung und haben bei der EZB rund eine Billion Euro über dreijährige Refinanzierungsgeschäfte zum Zinssatz von einem Prozent beschafft.

Buffet strebe an, die Beteiligungen von Berkshire im Bankensektor von der Krise in Europa abzuschirmen, sagte Mark Williams, ehemaliger Prüfer bei der US-Notenbank Fed und nun Professor an der Boston University. “Er stützt sein Portfolio rhetorisch, und es ist wahr, die US-Banken stehen besser da im Vergleich zu Europa”, sagte Williams. Die Aussage Buffetts lasse allerdings offen, was im Fall einer Zuspitzung der Krise in Europa passiere und dies zu einer zweiten Rezession in den USA führe, sagte Williams: “Heute sind wir liquide. Aber das sagt nichts darüber aus, was wir möglicherweise in der Zukunft brauchen.”

Buffett hatte im September erklärt, er habe kein Interesse an Beteiligungen im europäischen Bankensektor. Einige der Gesellschaften dürften Kapital benötigen. US-Banken hätten mehr Einlagen privater Sparer zur Verfügung und seien für einen sogenannten Ansturm von Sparern auf Institute weniger anfällig, sagte Buffett.

Bloomberg/hahn

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