Deutschlands Wirtschaft schrumpft!

Deutsche Bundesbank rechnet mit Ende der Schwächephase im Frühjahr.

Das Bruttoinlandsprodukt ging von Oktober bis Dezember um 0,2 Prozent zurück, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Ein Minus hatte es zuletzt auf dem Höhepunkt der Finanzkrise Anfang 2009 gegeben. Einen stärkeren Rückgang verhinderte der Bauboom: Die Bauinvestitionen zogen um 1,9 Prozent an, während die Unternehmen ihre Ausgaben für Maschinen, Geräte und andere Ausrüstungen stabil hielten.

Dagegen gingen die Exporte um 0,8 Prozent zurück. Vor allem die Nachfrage aus den Euro-Ländern schwächte sich ab, weil sie mit Sparmaßnahmen, Lohnsenkungen und Steuererhöhungen gegen die Schuldenkrise kämpfen. Die Ausfuhren nach Griechenland etwa brachen 2011 um 13 Prozent ein. Auch die Verbraucher hielten sich trotz einer Rekordbeschäftigung zurück: Ihre Konsumausgaben sanken um 0,2 Prozent, während der Staat 0,1 Prozent mehr konsumierte.

Die deutsche Bundesbank geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft ihre Schwächephase spätestens im Frühjahr beendet. Die Aussichten hatten sich zuletzt aufgehellt. Der Ifo-Index, der als zuverlässiger Frühindikator gilt, stieg zuletzt vier Monate in Folge. Für 2012 rechnen die meisten Experten mit einem Wachstum von etwa einem halben Prozent. 2011 waren es noch drei Prozent. Als größtes Konjunkturrisiko gilt die anhaltende Schuldenkrise in den Euro-Ländern, in die 40 Prozent der deutschen Exporte gehen.

Defizit sinkt auf nur noch 1,0 Prozent vom BIP

Kräftig steigende Steuereinnahmen haben 2011 das Loch im deutschen Staatshaushalt deutlich schrumpfen lassen. Die Neuverschuldung von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung fiel um 80 Milliarden auf 25,8 Milliarden Euro. Die Summe entspricht 1,0 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Damit wurde die im EU-Stabilitätspakt festgesetzte Schuldengrenze von drei Prozent wieder eingehalten. 2010 betrug das Defizit noch 4,3 Prozent, 2009 waren es 3,2 Prozent.

Nach Prognose der Bundesbank wird die Neuverschuldung in diesem Jahr bei etwa einem Prozent verharren. Der fast anderthalb Jahre währende Steuerboom hat im Januar ein vorläufiges Ende gefunden. Wegen der schwächeren Konjunktur gingen die Einnahmen von Bund und Ländern im Januar um 0,4 Prozent zurück - zum ersten Mal seit Sommer 2010. "Der Trend monatlich steigender Einnahmen ist zunächst gebrochen", schrieb das Bundesfinanzministerium. Steuerschätzer sehen sich in ihrer Warnung bestätigt, dass der Staat nicht mehr automatisch mit konjunkturbedingten Mehreinnahmen rechnen kann und deshalb sparen muss.

APA/Reuters

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