Deutsches Baugewerbe gut ins Jahr gestartet

Hohe Preise und Materialmangel trüben Ausblick

Deutsches Baugewerbe gut ins Jahr gestartet

Deutsches Baugewerbe gut ins Jahr gestartet

Die deutsche Baubranche ist dank eines Auftragspolsters gut ins Jahr gestartet - leidet aber zunehmend unter den anziehenden Preisen und Lieferengpässen. Im ersten Quartal kletterten die Bestellungen nominal zwar kräftig um fast 18 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Klammert man aber die massiv anziehenden Baupreise aus, bleibt real und damit inflationsbereinigt nur ein Plus von 3,3 Prozent.

"Dies gibt uns Zuversicht, auch in den nächsten Monaten die Bauproduktion auf hohem Niveau halten zu können", sagte Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa vom Branchenverband ZDB. "Allerdings brauchen wir dazu mehr Versorgungssicherheit bei den Baustoffen und eine nachlassende Entwicklung bei den Einkaufspreisen."

Bereits vor dem Ukraine-Krieg hatte der Bau Lieferprobleme, die zu kräftigen Preisanstiegen führten. Der russische Einmarsch und die Sanktionen des Westens haben die Lage weiter verschärft. Von Jänner bis März lag der Umsatz der Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten nominal rund 20 Prozent über dem Vorjahresquartal - real aber nur etwa sechs Prozent darüber. "Hier schlagen die gestörten Lieferketten infolge des Ukraine-Kriegs ebenso zu Buche wie die immens steigenden Materialpreise - insbesondere bei Stahl und Erdölprodukten", betonte Pakleppa.

Die Zahl der Beschäftigten kletterte den Statistikern zufolge um gut zwei Prozent. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) rechnet damit, dass die Zahl der Beschäftigten im Jahresschnitt 2022 um 9.000 auf 920.000 steigt. Beim Umsatz hat der HDB bereits seine ursprüngliche Prognose einkassiert. Man erwarte für die realen Erlöse nur noch "eine Entwicklung zwischen Null und minus zwei Prozent", hatte HDB-Präsident Peter Hübner jüngst angekündigt. Zum Jahreswechsel hatte der Verband für 2022 noch ein nominales Wachstum von 5,5 Prozent angepeilt und nach Abzug steigender Baupreise ein Plus von real 1,5 Prozent. Inzwischen klagen die Betriebe verstärkt darüber, dass Bauherren Projekte verschieben oder gar stornieren.

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