Deutscher Einzelhandel erholte sich im Mai nur schleppend

Nach Umsatzeinbruch im April - Vor allem Lebensmittelgeschäft läuft schlecht

Deutscher Einzelhandel erholte sich im Mai nur schleppend

Deutscher Einzelhandel erholte sich im Mai nur schleppend

Die deutschen Einzelhändler haben sich im Mai kaum von dem im Vormonat erlittenen Umsatzeinbruch erholt. Ihre Einnahmen wuchsen um 2,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Real - also preisbereinigt - bleibt davon allerdings nur ein Anstieg von 0,6 Prozent übrig. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hier sogar nur mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet, nachdem es im April einen heftigen Einbruch um 5,4 Prozent gegeben hatte.

"Der Inflationsschreck sitzt den Verbrauchern weiter in den Knochen", kommentierte der Chefvolkswirt der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG, Alexander Krüger, die Entwicklung. "Da Realeinkommensverluste bestehen bleiben, sind Konsumwünsche weniger realisierbar." Das Konsumklima ist einer Verbraucherumfrage der GfK-Marktforscher zufolge derzeit so schlecht wie noch nie, weil die hohe Inflation an den Realeinkommen nagt. "Derzeit ist nicht erkennbar, wo eine Stimmungswende herkommen soll", sagte Krüger dazu.

Besonders schlecht laufen derzeit die Geschäfte mit Lebensmitteln: Hier gab es im Mai ein reales Minus von 0,6 Prozent, nachdem es im April einen starken Umsatzeinbruch gegeben hatte. Der erneute Rückgang sei "vermutlich vor allem den erneut deutlich gestiegenen Preisen für Lebensmittel geschuldet", so die Statistiker. Diese kosteten im Mai durchschnittlich 11,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Besonders die Fleischereien und Fischläden bekamen die Kaufzurückhaltung ihrer Kunden zu spüren: Sie meldeten Umsatzeinbußen von 9,7 und 13,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat.

Besser läuft dagegen der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren: Hier legten die Umsätze um 10,6 Prozent zum Vormonat zu. Der lange Zeit boomende Internet- und Versandhandel wiederum verbuchte einen Umsatzrückgang von 2,5 Prozent.

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