Deutsche Inflationsrate über 4 Prozent, höchster Stand seit 1993

Massiver Preisanstieg von 76,5 Prozent bei Heizöl

Deutsche Inflationsrate über 4 Prozent, höchster Stand seit 1993

Deutsche Inflationsrate über 4 Prozent, höchster Stand seit 1993

Teure Energie hat in Deutschland die Inflationsrate im September erstmals seit fast 28 Jahren über die Vier-Prozent-Marke getrieben. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um durchschnittlich 4,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das ist der höchste Stand seit Dezember 1993, als die vom Wiedervereinigungsboom angefachte Inflationsrate sogar auf 4,3 Prozent kletterte. Im August lag sie noch bei 3,9 Prozent, im Juli bei 3,8 Prozent.

In den kommenden Monaten dürfte es weiter in Richtung 5 Prozent gehen, da die Unternehmen den Kostenschub durch gestiegene Preise für Materialien noch nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben haben. Als Konsequenz auf zunehmende Knappheiten wollen jetzt auch viele Einzelhändler ihre Preise anheben, wie das deutsche Ifo-Institut bei seiner Unternehmensumfrage herausfand. "Die Industrie hat Preiserhöhungen angekündigt und dies kommt jetzt zwangsläufig im Einzelhandel an", sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.

Für den Anstieg im September verantwortlich ist einmal mehr die Entwicklung bei Energie: Sie kostete um 14,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. "Wesentlich dafür waren die Basiseffekte, da wir die aktuellen Preise mit den sehr niedrigen Preisen des Vorjahres vergleichen", sagte Christoph-Martin Mai vom Statistikamt. "Auch die zu Jahresbeginn eingeführte CO2-Abgabe wirkt insbesondere erhöhend auf die Teuerungsrate der Energieprodukte." Dabei verteuerte sich Heizöl mit 76,5 Prozent besonders stark, ebenso Kraftstoffe wie Benzin mit 28,4 Prozent. Auch Erdgas (+5,7 Prozent) und Strom (+2,0 Prozent) kosteten mehr als vor Jahresfrist.

Lebensmittel verteuerten sich mit 4,9 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich stark. Gemüse kostete sogar um 9,2 Prozent mehr, während für Molkereiprodukte und Eier um 5,5 Prozent mehr verlangt wurden. Darüber hinaus verteuerten sich auch Gebrauchsgüter wie Fahrzeuge (+6,4 Prozent) oder Möbel und Leuchten (+4,4 Prozent) deutlich. Dienstleistungen kosteten 2,5 Prozent mehr, wobei sich Wohnungsmieten um 1,4 Prozent erhöhten.

Die starke Teuerung ist allerdings auch auf temporäre Sondereffekte zurückzuführen. Dazu gehören das extrem niedrige Ausgangsniveau bei den Rohstoffpreisen, pandemie- und lockdownbedingte Nachholeffekte oder die vorübergehende Mehrwertsteuersenkung im Kampf gegen die Coronakrise in der zweiten Jahreshälfte 2020.

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