Deutsche Importpreise im Mai etwas langsamer gestiegen

Energie weiter größter Preistreiber

Deutsche Importpreise im Mai etwas langsamer gestiegen

Deutsche Importpreise im Mai etwas langsamer gestiegen

Die deutschen Importe haben sich im Mai nicht mehr so stark verteuert wie in den Vormonaten. Die Einfuhrpreise erhöhten sich um 30,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im April waren sie mit 31,7 Prozent so stark gestiegen wie während der ersten Ölkrise 1974 nicht mehr, im März lag das Plus bei 31,2 Prozent. Von Reuters befragte Ökonomen hatten diesmal nur eine leichte Abschwächung auf 31,5 Prozent vorhergesagt.

Die enorm steigenden Kosten bei den Einfuhren dürften die Verbraucherpreise weiter stark nach oben klettern lassen. Die Inflationsrate ist im Juni zwar von 7,9 auf 7,6 Prozent gesunken, weil der Tankrabatt und das Neun-Euro-Ticket für den Nahverkehr den inflationsgeplagten Verbrauchern eine Verschnaufpause verschaffte. Experten gehen aber davon aus, dass die Teuerung ab September wieder nach oben schnellt, wenn die beiden von der Regierung beschlossenen dreimonatigen Maßnahmen ausgelaufen sind.

Preistreiber bei den Einfuhren blieb auch im Mai die Energie. Sie kostete im Schnitt 143,8 Prozent mehr. "Der hohe Anstieg im Vorjahresvergleich ist weiterhin vor allem durch die starken Preissteigerungen bei Erdgas begründet", so die Statistiker. Russland hat seine Lieferungen nach Deutschland zuletzt gedrosselt. Diese Preise lagen mehr als dreimal so hoch wie im Mai 2021 (+235,6 Prozent). Im Vergleich zum Vormonat April sanken die Importpreise für Erdgas allerdings um 3,6 Prozent. Erheblich teurer als vor einem Jahr waren außerdem Mineralölerzeugnisse (+104,6 Prozent) und Erdöl (+80,2 Prozent).

Deutlich teurer geworden sind auch Nahrungsmittelimporte, und zwar um durchschnittlich 22,0 Prozent. Die Preise für pflanzliche und tierische Öle und Fette zogen dabei mit 37,3 Prozent besonders stark an, die für Fleisch und Fleischerzeugnisse um 24,8 Prozent.

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