Deutsche-Bank-Ökonomen erwarten bis zu 7 % Inflation

Inflationsprognose wegen Energiepreisanstieg nach oben revidiert

Deutsche-Bank-Ökonomen erwarten bis zu 7 % Inflation

Deutsche-Bank-Ökonomen erwarten bis zu 7 % Inflation

Mehr Inflation, weniger Wachstum: Die Ökonomen der Deutschen Bank haben ihre Konjunkturprognosen für Deutschland wegen der russischen Invasion in der Ukraine geändert. "Angesichts des massiven Energiepreisanstiegs infolge des Ukraine-Krieges haben wir unsere Inflationsprognose abermals deutlich auf 5,5 Prozent hochgesetzt", heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Vorhersage.

Bisher waren die Ökonomen lediglich von 4,2 Prozent ausgegangen, nachdem die Preise bereits 2021 um 3,1 Prozent gestiegen waren. Im schlimmsten Fall könnten diese sogar um etwa 6,5 bis 7,0 Prozent steigen, "weil die Öl- und Gaslieferungen zumindest vorübergehend unterbrochen werden". 2023 soll die Teuerungsrate dann auf etwa 3,5 Prozent zurückgehen.

Der Ukraine-Krieg hat auch Folgen für das Wirtschaftswachstum. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte heuer nur zwischen 2,5 und 3,0 Prozent zulegen, so die Experten um Deutschland-Chefvolkswirt Stefan Schneider. Bisher waren sie von plus 4,0 Prozent ausgegangen. Realeinkommen, Exporte und Investitionen dürften sich schwächer entwickeln als bisher angenommen, was teilweise durch höhere Staatsausgaben kompensiert werde. Laufe es ganz schlecht, könnte sogar nur ein Wachstum von 1,0 bis 1,5 Prozent herausspringen.

Einen drastischen Einbruch erwarten die Ökonomen im Russland-Geschäft. "Aufgrund der Sanktionen und des Rückzugs internationaler Unternehmen werden die deutschen Exporte nach Russland wahrscheinlich um rund 75 Prozent einbrechen", so die Prognose. Allerdings war der Anteil der Ausfuhren nach Russland an den gesamten deutschen Exporten bereits nach der Annexion der Krim 2014 auf nur noch gut zwei Prozent geschrumpft.

"Langfristig besteht das größte Risiko für Deutschlands Wohlstand in der Gefahr, dass es zu einer neuerlichen Spaltung der Welt in Ost und West kommt", warnte Chefökonom Schneider. Dies würde zu einer wirtschaftlichen Desintegration führen, was wiederum die Wohlstandsgewinne aus der globalen Arbeitsteilung zum Teil zunichtemachen würde.

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