Debatte um Spielautomaten-Verbot in Wien

In Wien ist eine Debatte um ein Verbot des sogenannten Kleinen Glücksspiels entbrannt - nachdem die Wiener SPÖ auf ihrem Landesparteitag am Samstag ein solches gefordert hat, wenn auch gegen den Wunsch der eigenen Spitzenfunktionäre.

Der Koalitionspartner, die Wiener Grünen, zeigte sich am Montag höchst erfreut. Der Automatenverband hingegen warnte vor einem nur "scheinbar" gut gemeinten Verbot.

Der Klubobmann der Wiener Grünen, David Ellensohn, erinnerte daran, dass die Grünen seit vielen Jahren auf die "verheerenden Folgen" von einarmigen Banditen hinweisen. Das Glücksspiel an Automaten trage ein überproportionales Suchtpotenzial in sich, mit hohen sozialen Folgekosten, die höher seien als die Steuereinnahmen.

"Ich freue mich, dass sich die Argumente der Grünen endlich auch bei der Wiener SPÖ durchgesetzt haben. Jetzt werden wir uns rasch mit dem Koalitionspartner hinsetzen und eine komplette Neuordnung des Glücksspielbereichs für Wien erarbeiten", kündigte Ellensohn an. Ziel bleibe die Abschaffung von einarmigen Banditen in ganz Österreich, betonte der Grün-Politiker.

Wenn Verbote beschlossen und ahnungslos die umfangreichen Konsequenzen ignoriert würden, gebe es oft dramatische Schäden, warnte hingegen der Automatenverband. Neben dem Kleinen Glücksspiel mit "vergleichsweise harmlosesten" Automaten gebe es dann immer noch Automaten, die dem Glücksspielmonopol unterliegen. Der Spielerschutz sei dort auffallend geringer.

Die Forderung nach einem Aus für das Kleine Glücksspiel war am Samstag beim Wiener SPÖ-Landesparteitag erhoben worden. Ein entsprechender Antrag aus den Bezirken wurde mit knapper Mehrheit angenommen und ist somit Parteilinie. Verlangt wurde, dass Automaten und Spielhallen "aus der Stadt verschwinden". Gefordert wurde auch verstärkte Aufklärung über Gefahren und Präventionsmaßnahmen.

- APA

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