DAX-Vorschau: "Die Angst am Markt ist erst mal weg"

Mit Siebenmeilenstiefeln ist es für den deutschen Leitindex zuletzt nach oben gegangen. In der vergangenen Woche hat der DAX vier Prozent zugelegt, seit Jahresbeginn summiert sich das Plus inzwischen auf satte 21 Prozent.

In diesem Tempo könne es in der neuen Woche aber nicht weitergehen, sagen Aktienstrategen, die Luft werde dünner - zumal weder von einzelnen Unternehmen noch von Konjunkturseite wichtige Impulse erwartet würden.

"Die jüngsten Kursgewinne waren etwas zuviel des Guten. Deswegen dürfte es in der neuen Woche eher seitwärts oder leicht nach unten gehen, aber auch nicht dramatisch," prognostiziert Aktienstratege Wolfgang Duwe von der Bremer Landesbank. Auch sein Kollege Tobias Basse von der NordLB rechnet mit Gewinnmitnahmen. Diese dürften allerdings nur von kurzer Dauer sein. "Viele Anleger sind noch unterinvestiert. Sie stehen an der Seitenlinie und warten auf Kurseinbrüche, um günstiger wieder einzusteigen."

Die Aktien-Fachleute sind sich einig: Auf längere Sicht sind die Aussichten für den Aktienmarkt gut. Die sich erholende US-Konjunktur nennen die Analysten als einen Grund dafür. Wie es um die weltgrößte Volkswirtschaft bestellt ist, dürften in der neuen Woche die Wohnbaubeginne (Montag) und die Frühindikatoren (Donnerstag) zeigen.

Basse verweist noch auf einen anderen Punkt für die gute Marktstimmung. "Die Angst am Markt ist erst mal weg. Griechenland und die Euro-Schuldenkrise stehen im Moment nicht im Vordergrund", sagt er. Über Wochen und Monate hatte die Furcht der Anleger vor einem kompletten Kollaps Griechenlands und möglichen Pleiten anderer Euroländer die Anleger gelähmt und sie vor Aktienkäufen zurückschrecken lassen.

Abschied von Douglas?

Hoch hergehen dürfte es am Mittwoch in Essen, wenn dort die Anteilseigner des Handelskonzerns Douglas zur Hauptversammlung zusammen kommen. Dabei dürfte es auch um die Frage gehen, wie weit die Pläne der Aktionärsfamilie Kreke gediehen sind, Douglas von der Börse zu nehmen. Vorstandschef Henning Kreke strebt dabei nach Unterstützung durch Finanzinvestoren. Außerdem dürften die Anteilseigner daran interessiert sein, was Großaktionär Erwin Müller vorhat. Der Drogerie-Unternehmer, der über zehn Prozent an Douglas kontrolliert und indirekt Zugriff auf weitere 15,55 Prozent hat, hat allerdings schon erklärt, dass er sich nicht vor der Hauptversammlung zu seinen Absichten äußern will.

Feiern kann in der neuen Woche der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr: Er steigt in den MDax auf und ersetzt dort ab Montag Heidelberger Druck. Aus dem TecDax verabschieden sich die Aktien des angeschlagenen Solarunternehmens QCells. Dafür rückt der Netzwerkspezialist Euromicron auf.

Da die Bilanzsaison so gut wie zu Ende ist, sind auch hier die Impulse für den Aktienmarkt dünn gesät. Allein Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe wie etwa Leoni (Dienstag) und Bilfinger Berger (Mittwoch) legen Zahlen vor.

Reuters/hahn

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