Chinesische Touristen werden immer wichtiger für die Schweiz

Vor allem Gäste aus Asien haben verhindert, dass 2011 die Zahl der Übernachtungen in Schweizer Hotels nicht noch schlechter ausgefallen ist. Während bei europäischen Gästen der Rückgang 7,3 Prozent beträgt, sind die Logiernächte der asiatischen Gäste um 13,4 Prozent gestiegen.

Zu den strategischen Wachstumsmärkten von Schweiz Tourismus gehören neben den sogenannten BRIC-Ländern (Brasilien, Russland, Indien, China) auch die Golfstaaten und Polen. Auch für 2012 sei hier mit einem starken Wachstum zu rechnen, sagte Jürg Schmid, Direktor Schweiz Tourismus am Dienstag in Zürich. Insgesamt rechnet er für 2012 jedoch mit einem Rückgang um 1,9 Prozent.

Immer wichtiger werden die Touristen aus China. Grund dafür ist unter anderem der wachsende Wohlstand in dem Land mit 1,3 Milliarden Einwohnern. So wurden 2010 insgesamt 50,8 Millionen Logiernächte von Chinesen im Ausland registriert, davon 12,9 Millionen in Europa.

Besonders beliebt bei den chinesischen Gästen ist die Schweiz. Während europaweit ihre Übernachtungszahlen zwischen 2005 und 2010 um 28 Prozent gestiegen sind, haben sie in der Schweiz um 117 Prozent zugenommen.

Im Jahr 2011 belegen die Gäste aus China zum ersten Mal den ersten Platz beim Ranking der wichtigsten asiatischen Herkunftsländer. Bisher war dies Japan. Insgesamt wurden 677.220 Logiernächte chinesischer Touristen gezählt. Bis 2020 dürften dies laut Schweiz Tourismus zwei Millionen sein.

Chinesen wollen Shoppen

Interessiert sind die Reisenden aus China vor allem an Sightseeing und Shopping. Sie geben pro Person und Tag rund 350 Franken (290 Euro) aus. Touristen aus europäischen Ländern sind da bedeutend zurückhaltender. Sie konsumieren lediglich im Umfang zwischen 120 und 240 Franken.

Bevorzugte Ziele sind Luzern/Vierwaldstättersee, die Region Zürich, das Berner Oberland, Genf und das Genferseegebiet. Während zurzeit die chinesischen Touristen vor allem noch in Großgruppen reisen, nimmt der Trend zu "vertieftem Reisen" in kleinen Gruppen und Individualreisen zu, sagte Simon Bosshart, Direktor Asia-Pacific, Schweiz Tourismus.

Schweiz Tourismus ist in China mit drei Büros in Hongkong, Peking und Shanghai vertreten, setzt aber auch auf das Internet. So sind zwei chinesische Star-Reiseblogger vier Wochen durch die Schweiz gereist und haben darüber berichtet. Inzwischen belegt ihr Reisebuch ein Topranking bei den Online-Shops.

APA/hahn

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