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China nur mehr knapp Deutschlands wichtigster Handelspartner

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Die USA machen China den lange unangefochtenen Status als größter deutscher Handelspartner streitig. Zwar blieb die Volksrepublik 2023 mit einem Handelsvolumen von 253,1 Mrd. Euro das achte Jahr in Folge die Nummer eins. Allerdings fiel das Außenhandelsvolumen mit den USA (252,3 Mrd. Euro) nur um 0,7 Mrd. Euro geringer aus, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. 2022 war der Vorsprung noch bei 50,1 Mrd. Euro gelegen.

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Die USA machen China den lange unangefochtenen Status als größter deutscher Handelspartner streitig. Zwar blieb die Volksrepublik 2023 mit einem Handelsvolumen von 253,1 Mrd. Euro das achte Jahr in Folge die Nummer eins. Allerdings fiel das Außenhandelsvolumen mit den USA (252,3 Mrd. Euro) nur um 0,7 Mrd. Euro geringer aus, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. 2022 war der Vorsprung noch bei 50,1 Mrd. Euro gelegen.

Rang drei belegen erneut die Niederlande. Hier wurden Exporte und Importe im Wert von zusammen 214,8 Mrd. Euro verzeichnet, ein Rückgang von 5,5 Prozent. Das Gesamtminus mit China beträgt im Vergleich minus 15,5 Prozent.

Auch mit Österreich gab es einen Einbruch beim deutschen Außenhandel. Für die Alpenrepublik ist die Bundesrepublik der mit Abstand wichtigste Handelspartner. Die Exporte Deutschlands nach Österreich brachen von 2022 auf 2023 um 12,5 Prozent auf 79,02 Mrd. Euro ein, zeigen die vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamts. Die Einfuhren aus Österreich gingen nicht ganz so deutlich, aber trotzdem ordentlich, nämlich um 7,4 Prozent auf einen Wert von 58,14 Mrd. Euro zurück.

"Setzen sich die Handelsentwicklungen des letzten Jahres fort, dann überholen die USA China als wichtigsten deutschen Handelspartner spätestens im Jahr 2025", sagte der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier, der Nachrichtenagentur Reuters. "Im Moment deutet sich keine durchgreifende Nachfragesteigerung nach Produkten Made in Germany seitens Chinas an."

"Die dominante Stellung Chinas im Außenhandel mit Deutschland bröckelt", schrieb die deutsche staatseigene Außenhandelsgesellschaft Germany Trade and Invest (GTAI) jüngst in einer Studie. Grund sei vor allem die schwächelnde Konjunktur Chinas. "Dazu tragen die Immobilienkrise, geopolitische Risiken im Verhältnis zu den USA und schwächelnde Industrieinvestitionen bei", hieß es. Zudem änderten deutsche Unternehmen ihre Strategie auf dem chinesischen Markt. Sie versuchen laut GTAI unter anderem in der Beschaffung auf China zu verzichten.

Der Wert der Warenimporte aus China sackte im vergangenen Jahr um 19,2 Prozent auf 155,7 Mrd. Euro ab. Gleichzeitig sank der Wert der dorthin exportierten Waren um 8,8 Prozent auf 97,3 Mrd. Euro. Daraus ergibt sich ein Handelsdefizit von 58,4 Mrd. Euro - nach dem Rekord von 86,1 Mrd. Euro im Jahr 2022 das zweitgrößte mit China seit Beginn der Datenreihe im Jahr 1950.

Die Entwicklung zeigt dem Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) zufolge geoökonomischen Verschiebungen in Folge der vielbeschworenen "Zeitenwende". "Angesichts eines möglichen Konflikts über Taiwan und einer Konfrontation zwischen den USA und China diversifizieren deutsche Unternehmen ihre Lieferketten und beschaffen weniger in China", sagte der wissenschaftliche Direktor des Wirtschaftsforschungsinstituts IMK, Sebastian Dullien. "Dies zeigt sich in deutlich fallenden Einfuhren aus China." Die Volksrepublik wiederum setze auf wachsende Eigenproduktion strategischer Güter und beziehe weniger aus Deutschland.

Die meisten deutschen Exporte gingen wie bereits seit 2015 in die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden Waren im Wert von 157,9 Mrd. Euro exportiert, das waren um 1,1 Prozent mehr als 2022. Dem standen US-Importe von 94,4 Mrd. Euro gegenüber, ebenfalls ein Zuwachs von 1,1 Prozent. Damit erzielte der deutsche Außenhandel mit den USA einen Exportüberschuss von 63,5 Mrd. Euro. Auf Rang zwei der wichtigsten Abnehmerländer von Waren "Made in Germany" lag Frankreich (116,8 Mrd. Euro; -1,2 Prozent), gefolgt von den Niederlanden (111,5 Mrd. Euro; -0,7 Prozent).

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