Cameron steht im Abhörskandal Rede und Antwort

Die britischen Parlamentarier beschäftigen sich am Mittwoch in einer außerordentlichen Sitzung mit den illegalen Recherchemethoden bei der mittlerweile eingestellten Zeitung "News of the World" des Medienmoguls Rupert Murdoch. Dabei wird vor allem eine Stellungnahme von Premierminister Cameron mit Spannung erwartet. Cameron sieht sich mit Rücktrittsforderungen konfrontiert.

Zusätzlich unter Druck geriet Cameron am Dienstag, als herauskam, dass die im Abhörskandal vorübergehend festgenommene Murdoch-Managerin Rebekah Brooks Gast bei seinem 44. Geburtstag im vergangenen Oktober war. Es war die 27. Begegnung Camerons mit Murdoch-Managern in nur 15 Monaten Amtszeit. Die Geburtstagseinladung war von der Downing Street zunächst verschwiegen worden.

Murdoch und sein Sohn James entschuldigten sich bei einem Auftritt vor britischen Parlamentariern für Vergehen im Abhör- und Korruptionsskandal. Persönliche Verantwortung übernahmen sie bei der Anhörung am Dienstag in London aber nicht. Die fraglichen Entscheidungen seien nicht vom Top-Management getroffen worden. Einen kurzen Schreckmoment gab es, als ein Angreifer während der Befragung in Richtung Rupert Murdoch stürzte und diesen mit einer weißen Substanz - vermutlich Rasierschaum - bewarf. Niemand wurde verletzt, nach einer kurzen Unterbrechung ging es weiter.

Der unter Beschuss stehende Medienkonzern News Corp wird nach Einschätzung seines Chefs Murdoch gestärkt aus der Affäre hervorgehen. Er vertraue darauf, "dass wir uns zu einem stärkeren Unternehmen entwickeln werden", sagte Murdoch am Mittwoch in einer Botschaft an seine Angestellten auf der ganzen Welt. Über die Enthüllungen zu den Abhöraktionen bei der inzwischen eingestellten Boulevardzeitung "News of the World" sei er "geschockt und erschüttert" gewesen. Er bedauere die Aktionen zutiefst. Zugleich machte Murdoch aber deutlich, dass er derartiges Verhalten "nie toleriert" habe. "Es hat bei News Corporation keinen Platz", sagte er.

Kein Fremdverschulden bei Hoare-Tod

Unterdessen teilte die Polizei mit, dass der überraschende Tod des britischen Reporters Sean Hoare, der als erster zum Abhörskandal ausgepackt hatte, nicht auf Fremdverschulden zurück gehe. Eine Autopsie habe keine entsprechenden Hinweise ergeben, hieß es am Dienstag. Hoare war am Montag in seiner Wohnung tot aufgefunden worden. Er hatte erklärt, der frühere "News of the World"-Chefredakteur Andy Coulson habe von der Abhörpraxis des Blattes gewusst. Coulson hatte für Cameron als Kommunikationschef gearbeitet und wurde im Zusammenhang mit dem Skandal inzwischen festgenommen.

- APA

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