Börsenwoche startet mit neuen Verlusten

Trotz aller internationaler Bemühungen um eine Beruhigung der Finanzmärkte hat sich die Talfahrt an den Börsen zu Wochenbeginn fortgesetzt: In Asien brachen die Aktienmärkte zwischen zwei und fast fünf Prozent ein, die Vorzeichen für Europa und die USA waren ebenfalls negativ. Weltweit herrscht Nervosität vor einem erneuten Crash wie im Jahr 2008.

Die Börse in Neuseeland verbuchte gleich in den ersten Minuten ein Minus von knapp 3,3 Prozent. Danach folgte Australien mit einem Verlust von 2,1 Prozent, während in Tokio ein Minus von knapp einem Prozent registriert wurde. Der Nikkei-225 Index rutschte 202,32 Punkte oder 2,18 Prozent ab. Zu beobachten war, dass Investoren wieder in als sicher geltende Anlagen wie Gold oder dem Schweizer Franken flüchteten. Bereits vergangene Woche waren die Finanzmärkte ähnlich beunruhigt wie in den düsteren Tagen nach der Lehman-Pleite im Jahr 2008.

Nach der Abstufung der Kreditwürdigkeit der USA ist auch ein Ende der Talfahrt des Euro-Stoxx-50 zunächst nicht absehbar. Der Future auf den europäischen Leitindex lässt eine um 1,61 Prozent tiefere Eröffnung erwarten. Es deutet sich somit der elfte Verlusttag in Folge an. Allein in der vergangenen Woche hatte der Euro-Stoxx-50 insgesamt mehr als 11 Prozent an Wert verloren. Den britische FTSE-100 taxierte IG Markets um 2,08 Prozent tiefer.

Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer werden nach Angaben Südkoreas die Finanzmärkte unterstützen. Man werde dafür alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, hieß es am Montag in einer Erklärung der G-20-Staaten, die von Südkorea verbreitet wurde. Man bleibe in den kommenden Wochen in engem Kontakt und werde gegebenenfalls zusammenarbeiten. Demnach soll auch ein starkes Wirtschaftswachstum gefördert werden.

Wiener-Börse-Chef Heinrich Schaller beruhigte nach den starken Kursverlusten von vergangener Woche allerdings: Es gebe eine "Tendenz nach unten", die Situation sei aber nicht vergleichbar mit 2008, weil sich damals die Krise plötzlich ereignet habe. Diesmal habe man mehr Zeit gehabt, sich vorzubreiten. Die Schuldenkrise sei aber noch nicht im Griff. Anlegern empfiehlt er "ruhig Blut zu bewahren" und nicht jetzt Aktien zu verkaufen, sagte er am Montag im Ö1-"Morgenjournal" des ORF-Radio. Die derzeitige Situation sei von Nervosität geprägt.

- APA

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