Börsen drehen weltweit ins Minus - Crash blieb noch aus

Die Angst vor einem "schwarzen Montag" an den Aktienmärkten ging um. Ganz so schlimm kam es nicht - doch viele Börsen rutschten kräftig ins Minus. Allein der Dax verlor 5 Prozent - nachdem er schon 13 Prozent in der Vorwoche eingebüßt hatte. In Wien verlor der ATX heute 138,37 Punkte oder 6,11 Prozent auf 2.127,98 Zähler ab und befindet sich somit schon in einer neun Tage andauernden Verlustserie.

Die Schuldenkrise in Europa und den USA hat rund um den Globus die Börsen auf Talfahrt geschickt. Der Dax verlor am Montag 5 Prozent und sackte damit den elften Handelstag in Folge ab. Auch in den USA, Asien und Europa zeigte die Börsenbarometer nach unten. Aus Angst vor einer weiteren Eskalation setzte der Goldpreis zu einer rasanten Rekordjagd an, während die Ölpreise kräftig fielen. Die Lage an den europäischen Anleihemärkten hellte sich hingegen deutlich auf.

Die Ratingagentur Standard Poor's (SP) hatte am Freitag nach Börsenschluss bekanntgegeben, dass sie die Kreditwürdigkeit der USA herabgestuft habe. Das hatte am Wochenende die Sorge vor einem Börsen-Crash am Montag genährt. Dagegen hatten sich aber Politik und Europäische Zentralbank mit ihrem Krisenmanagement stemmen wollen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Sonntagabend signalisiert, dass sie nun auch Staatsanleihen der großen Euroländer Italien und Spanien kaufen wolle. Daraufhin purzelten am Montag die Renditen zehnjähriger italienischer und spanischer Anleihen kräftig: Die Refinanzierung wird somit für Rom und Madrid wieder günstiger.

EU-Ratspräsident Herman van Rompuy hat die Sparbemühungen Italiens und Spaniens gelobt. "Diese Entscheidungen werden zur finanziellen Stabilität in der Eurozone beitragen", sagte Van Rompuy am Montag in Brüssel.

An der Wall Street in New York setzte sich die Börsen-Talfahrt weiter fort: Nachdem der Leitindex Dow Jones Industrial in den vergangenen fünf Handelstagen insgesamt fast 6 Prozent an Wert eingebüßt hatte, sackte er auf rund 11.060 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Anfang Dezember 2010.

Die Sorge vor einer Eskalation der Schuldenkrise trieb den Preis für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) Gold erstmals über die Marke von 1700 US-Dollar auf ein neues Rekordhoch bei 1.715,01 Dollar. Als Reaktion auf den aktuellen Höhenflug erhöhten Banken am Morgen die Prognosen für den Goldpreis. "Der Goldpreis bleibt Gipfelstürmer", hieß es in einem Kommentar der DekaBank.

Der Kurs des Euro rutschte zwischenzeitig wieder unter die Marke von 1,42 Dollar. Die Abstufung der USA habe der Risikofreude der Investoren einen Dämpfer versetzt und die Anleger hätten sich mit Käufen zurückgehalten, hieß es von Händlern. Mittlerweile erholte sich die Gemeinschaftswährung etwas und notierte gegen 19.15 Uhr bei bei 1,4218 Dollar.

- APA

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