Bizarrer TV-Auftritt von Gaddafi

Der massiv unter Druck geratene libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi hat sich im staatlichen TV kurz zu Wort gemeldet. Nach Angaben des Senders wurde der Auftritt "live" aus Gaddafis Residenz in Tripolis übertragen. Er wolle damit zeigen, dass er sich noch in Tripolis befinde und nicht in Venezuela, sagte Gaddafi, bevor er in ein Auto stieg. Zuvor war die Gewalt in der Hauptstadt eskaliert.

Gaddafi erklärte vor einem beschädigten Gebäude und im Regen stehend: "Ich bin in Tripolis und nicht in Venezuela." Nach seinen Angaben wollte er zu den Demonstranten im Zentrum der libyschen Hauptstadt fahren. Gaddafi war seit Tagen nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden. Mehrere Medien sowie der britische Außenminister Hague hatten daraufhin berichtet, er könnte sich bereits in die venezolanische Hauptstadt Caracas abgesetzt haben.

Der Sohn des libyschen Staatschefs hatte zuvor Berichte über eine Bombardierung von Städten zurückgewiesen. Die Streitkräfte hätten Munitionslager bombardiert, die weit außerhalb bewohnter Stadtgebiete lägen, zitierte das staatliche Fernsehen Saif al-Islam Gaddafi. Die Berichte über Angriffe auf Tripolis und Benghazi seien falsch. Der arabische Fernsehsender Al Jazeera hatte zuvor berichtet, die Luftwaffe habe Demonstranten in Tripolis angegriffen.

UNO-Generalsekretär Ban äußerte sich "schockiert" über Berichte, wonach die Sicherheitskräfte von Flugzeugen und Hubschraubern aus auf Demonstranten gefeuert haben sollen. Mehrere libysche UN-Diplomaten haben sich am Montag offen vom selbst ernannten "Revolutionsführer" Muammar el Gaddafi distanziert.

Gegenüber BBC sagte der stellvertretende libysche UNO-Botschafter Dabbaschi, das Ende des Revolutionsführers sei nur noch eine "Frage von Tagen". Entweder der Revolutionsführer werde selbst zurücktreten oder das Volk werde dafür sorgen, dass er gehe. US-Außenministerin Clinton forderte die libysche Führung auf, das "inakzeptable Blutvergießen" sofort zu beenden.

Das Bundesheer hat am gestrigen Montagabend mit Verspätung eine erste Gruppe von EU-Bürgern aus Tripolis evakuiert. Wie der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Michael Bauer, kurz nach Mitternacht auf Anfrage der APA mitteilte, war die Militärmaschine vom Typ "Hercules" auf dem Inselstaat im Mittelmeer gelandet. An Bord waren den Angaben zufolge 62 Personen, darunter neun Österreicher und sieben Kinder. Auch Deutsche, Franzosen und Niederländer wurden ausgeflogen.

- APA

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