Berlakovich will um 50% mehr Öko-Jobs

Umweltminister Berlakovich will die Zahl der Öko-Jobs in Österreich bis 2020 um 50 Prozent auf rund 300.000 erhöhen. Es sei wichtig, die richtigen Schlüsse aus dem Thema Japan und der Atomkatastrophe in Fukushima zu ziehen. Die fossilen Energieträger müssten reduziert und konsequent durch erneuerbare Energien ersetzt werden.

"Wer hier nicht mitzieht, hat Fukushima nicht verstanden", sagte der Minister am Montag. Die Arbeitsplätze in der Umweltbranche ("Green Jobs") hätten sich zuletzt auch als krisenresistent erwiesen - 2009 stieg die Zahl der Beschäftigten um 3,7 Prozent auf 199.824, während die Beschäftigtenzahl in Österreich insgesamt um 0,6 Prozent sank. Gemessen an der Zahl der Gesamtbeschäftigten (3,874.300) ist der Anteil der Arbeitsplätze, die ausschließlich das Ziel des Umweltschutzes oder der Ressourcenschonung verfolgen, mit 5,2 Prozent derzeit freilich noch gering.

"Der Umweltsektor ist der größte Wachstumsmotor der österreichischen Wirtschaft und besser durch die Krise gekommen als die Gesamtwirtschaft", sagte der Umweltminister. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ging im Krisenjahr 2009 um 3,1 Prozent zurück, die Umsätze der Umweltbranche hingegen entwickelten sich gegenüber dem Jahr davor um nur 1 Prozent rückläufig.

"Ich will Energieautarkie in Österreich, die Klimaschutzziele erreichen und vor allem Green Jobs schaffen", so der Minister. Dazu beitragen sollen Maßnahmen wie etwa die 100 Mio. Euro schwere Förderung der thermischen Sanierung, die seit heuer im März bis 2014 läuft, oder die auch 2011 wieder mit 35 Mio. Euro dotierte Photovoltaik-Förderung, mit der Anreize zur Stromerzeugung aus Sonnenenergie geschaffen werden sollen. Parallel dazu werde heuer Elektromobilität in Wien, Eisenstadt und Graz verstärkt unterstützt. Allein die thermische Sanierungsoffensive bringe jährlich rund 10.500 Arbeitsplätze.

"Wir müssen unser Energiesystem neu ausrichten, denn die fossilen Energieträger gehen zu Ende", so der Minister. Energie müsse gespart und effizienter genutzt werden. "Die Atomkraft ist keine Antwort."

- APA

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