BayernLB kann Ex-Vorstände wegen fatalem Hypo-Kauf haftbar machen

Die BayernLB kann ihren früheren Vorstand wegen der fatalen Übernahme der Kärntner Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) zur Rechenschaft ziehen. Das teilte die bayerische Bank am Montag nach dem Sonderaufsichtsrat mit.

Einem internen Gutachten zufolge haben sich bei der 2007 erfolgten Akquisition alle Vorstände haftbar gemacht, berichtete Deutschlands zweitgrößte Landesbank am Montagabend in München.

Die Kanzlei Hengeler Mueller komme zu dem Schluss, dass der Vorstand den Deal nicht hätte abschließen dürfen. Untersucht wurden unter anderem die Prüfung der HGAA-Bücher, der Preis sowie die Kaufverträge.

Mit der Hypo Alpe Adria wollte die BayernLB in Osteuropa wachsen. Wegen hoher Kreditausfälle in dieser Region wurde die HGAA, die schon vor der Übernahme immer wieder für negative Schlagzeilen gesorgt hatte, aber zum Milliardengrab und schließlich an Österreich verschenkt. Ende 2009 musste die Republik die wankende Kärntner Bank übernehmen.

Anders als der BayernLB-Vorstand habe sich der Verwaltungsrat, der sich damals aus hochrangigen CSU-Politikern und vielen Sparkassen-Funktionären zusammensetzte, nicht haftbar gemacht, hieß es heute weiter in München. Vor allem seien die Kontrolleure in gravierender Weise unzureichend informiert worden. Hengeler Mueller soll nun noch im Oktober Empfehlungen zu möglichen Konsequenzen aussprechen.

Das Gutachten wurde heute dem Aufsichtsrat übergeben. In seiner Sondersitzung des Aufsichtsrats hat sich die Bank heute mit der Hypo-Affäre und damit verbundenen Schadenersatzfragen befasst.

- APA

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