BAWAG investiert zweistellige Millionensumme in Filialnetz mit Post

Die mehrheitlich im Besitz des US-Fonds Cerberus stehende BAWAG PSK wird für das gemeinsame Filialnetz mit der teilstaatlichen, börsenotierten Österreichischen Post AG eine Investition im "zweistelligen Millionen-Bereich" locker machen. Bis Ende 2012 wollen die beiden Häuser rund 520 gemeinsame Geschäftsstellen österreichweit in Betrieb nehmen. Dies kündigten die Vorstandsvorsitzenden der beiden Gesellschaften, Georg Pölzl (Post AG) und Byron Haynes (BAWAG), anlässlich der Eröffnung des ersten gemeinsamen Standortes in Innsbruck am Donnerstag an.

Die genaue Höhe der Investitionskosten wollte BAWAG-Vorstand Wolfgang Klein (Ressort Privat- und Geschäftskunden) nicht bekanntgeben. Zunächst wolle die BAWAG Erfahrungen sammeln. Immerhin seien erst drei Monate seit der Ankündigung des gemeinsamen Filialbetriebs vergangen. Die Investitionen würden vorwiegend in den IT-Bereich und in die Schulung von Mitarbeitern fließen. Schließlich will die Bank in allen künftigen 520 Filialen den gesamten Retail-Bereich abdecken.

Die BAWAG werde in die Vertriebs-Ehe rund 120 Filialen, die Post insgesamt 400 - vorwiegend im ländlichen Raum befindliche - Standorte einbringen. Wie viele Arbeitsplätze dadurch aufseiten der Post eingespart werden, wollte Pölzl nicht beziffern. Die Post habe aber immer klar gemacht, die Effizienz steigern zu müssen. Dies gelte auch für diesen Bereich, der unter einem "hohen Effizienzdruck" stehe. Die 800 angekündigten Mitarbeiter pro Jahr werden auch aus diesem Segment genährt.

Derzeit hat die Post 1.116 durch Postpartner geführte Geschäftsstellen und 769 eigen geführte Filialen, erklärte Post-Vorstand Herbert Götz (Division Filialnetz). Mit den 520 Filialen soll bis Ende 2012 österreichweit ein 2.000 Stellen umfassendes Post- und Geldnetz vorhanden sein. In den gemeinsamen Bank/Post-Filialen würden die "komfortablen" Öffnungszeiten der Post gelten. Neben einer Selbstbedienungszone stünden in jeder dieser Geschäftsstellen ein gelb gekennzeichneter Bereich (Transaktionen und Post) und ein roter Bereich (Finanz- und Bankberatungszone) zur Verfügung. "Dieses Konzept wird bis zur kleinsten Filiale hindurch umgesetzt", betonte Götz. Demnach soll überall ein hauptberuflicher Finanzberater anwesend sein.

Haynes hob hervor, dass das Jahr 2010 für die BAWAG erfolgreich gewesen sei. Die Gesellschaft werde mit mehr als 100 Mio. Euro Gewinn abschließen. Damit werde die Bank zum ersten Mal seit vier Jahren wieder Gewinne schreiben. Die Kooperation mit der Post und die Neuausrichtung der Vertriebsstruktur sei ein wichtiger Schritt für den heimischen Markt.

- APA

Wirtschaft

12 Fragen: Den Brexit verstehen

Sturmschäden: Wann die Versicherung zahlt

Versicherung

Sturmschäden: Wann die Versicherung zahlt

Bitcoins aus der Trafik: Grazer Start-up braucht keine Bankkonzession

Wirtschaft

Bitcoins aus der Trafik: Grazer Start-up braucht keine Bankkonzession