Batteriehersteller Varta kassiert Jahresziele und Kurs bricht ein

Batteriehersteller Varta kassiert Jahresziele und Kurs bricht ein

Batteriehersteller Varta kassiert Jahresziele und Kurs bricht ein

Der weitere Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise zwingt den Batteriehersteller Varta des österreichischen Investors Michael Tojner zur Aussetzung seiner Ziele. Die bisherigen Prognosen für den Umsatz und das Ergebnis im laufenden Jahr und dem dritten Quartal ließen sich nicht mehr erreichen, teilte das Unternehmen überraschend in Ellwangen mit. Zu neuen Prognosen sieht sich der Vorstand derzeit nicht in der Lage.

So könne Varta die hohen Energiepreise nur begrenzt und verzögert an die Kunden weitergeben. Zusätzlich verzögerten sich zwei große Aufträge. Der Kurs der Varta-Aktie brach nach den Neuigkeiten um bis zu 31 Prozent auf den tiefsten Stand seit Mai 2019 ein. Damit war Varta Schlusslicht im MDAX.

Der Aktienkurs war schon seit der Früh unter Druck gestanden. Börsianer erklärten dies mit Sorgen vor Batteriekonkurrenz in der neuesten Generation der AirPods Pro von Apple. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier inzwischen fast zwei Drittel an Wert eingebüßt. Im Vergleich zum Rekordhoch von etwas mehr als 180 Euro im Jänner 2021 sank der Börsenwert sogar um fast 80 Prozent auf zuletzt nur noch knapp 1,7 Mrd. Euro.

Das Hoch Anfang vergangenen Jahres war aber zum Teil auch auf eine Marktverzerrung zurückzuführen. Damals hatten Kursspekulationen von überwiegend in sozialen Netzwerken versammelten Kleinanlegern bei Aktien wie Gamestop oder AMC Entertainment aus den USA oder in Deutschland auch Varta für starke Kursausschläge gesorgt. Der Varta-Kurs kletterte damals innerhalb weniger Tage von rund 120 Euro auf mehr als 180 Euro.

Bereits Anfang August hatte Varta seine Jahresziele gesenkt. Als Begründung nannte das Management dabei trübere Konjunkturaussichten und hohe Rohstoff-, Energie- und Transportkosten. Zudem verzögerten sich zu dem Zeitpunkt bereits Kundenprojekte. Zuletzt hatte Konzernchef Herbert Scheint einen Jahresumsatz von 880 bis 920 Mio. Euro und ein um Sondereffekte bereinigtes Ergebnis (Ebitda) von 200 bis 225 Mio. Euro in Aussicht gestellt.

Zugleich kämpfte Varta bereits seit deutlich längerer Zeit mit einer schwachen Nachfrage. Weil unter anderem bei den Kunden Teile fehlten, um etwa kabellose Kopfhörer fertigzustellen, hakte es in dem einst boomenden Hauptgeschäft mit Lithium-Ionen-Knopfzellen schon zum Jahresstart.

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