Auftakt der Herbstlohnrunde

Die heurigen Metaller-Verhandlungen als Auftakt der Herbstlohnrunde spießen sich erwartungsgemäß an den Einmalzahlungen. Die Industrie möchte einen prozentuellen Zuwachs, der die Inflationsrate des vergangenen Jahres von 2,8 Prozent abdeckt, und darüber hinaus die Beschäftigten mit Einmalzahlungen an der guten Auftragslage teilhaben lassen.

Das hätte für die Arbeitgeber den Vorteil, dass die Lohnverhandlungen im nächsten Jahr von einer niedrigeren Basis ausgehen würden. Die Arbeitnehmer hingegen pochen auf eine nachhaltige Lohnerhöhung, also primär auf einen kräftigen prozentuellen Anstieg der Ist- und Mindestlöhne. Die Gewerkschaften erinnerten an die Entwicklung der Lohnstückkosten in Österreich im Jahr 2011 und an die prognostizierten Daten des Wifo für 2012.

Wie es aus Gewerkschaftskreisen zur APA am Donnerstag hieß, geht es den Arbeitnehmern nicht nur um eine saftige Lohnerhöhung, sie wollen auch Verbesserungen bei den Rahmenbedingungen. So soll der 31. Dezember prinzipiell ein freier Tag bei voller Bezahlung sein.

Das erste Abtasten beider Seiten dauerte heute nur zweieinhalb Stunden, danach präsentierten sich beide Seiten entspannt - wenngleich die Stimmung im Verhandlungssaal durchaus angespannt gewesen sein soll, erfuhr die APA aus Verhandlungskreisen. Am 4. November wird planmäßig weiterverhandlet.

Während die Metallindustrie heute mit überschaubaren Forderungen in die Verhandlungen gegangen ist, gab es im Metallgewerbe von der Arbeitgeberseite gleich einen Bündel an Wünschen, die wohl bei den Industriegesprächen für einen Eklat und Verhandlungsabbruch gesorgt hätten. Die Gewerbetreibenden wollen eine Kürzung der Kündigungsfristen, einen Entfall des Postensuchtages bei Selbstkündigung, eine Verkürzung der Weiterverwendungszeit von Lehrlingen auf das gesetzliche Ausmaß (3 Monate), die Zulassung einer täglichen Normalarbeitszeit bis zu 10 Stunden im Rahmen einer 5-Tage-Woche und den Entfall des Zeitzuschlages für Wochenstunden nach der 40. Stunde bei dem Modell der "Erweiterten Bandbreite".

Die Grünen erwarten einen Lohnabschluss von 5 Prozent. Die Lohnzuwächse würden seit Jahren deutlich dem Wirtschaftswachstum nachhinken und sich sogar unter Inflationsniveau befinden, so die Begründung.

- APA

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