AUA: Die Luft wird immer dünner

Am Vormittag kommt der Aufsichtsrat zusammen, um ein Sparpaket zu schnüren, das dann am morgigen Mittwoch im Aufsichtsrat der Muttergesellschaft Lufthansa präsentiert wird. Dort wird dann endgültig beschlossen, wie es mit der AUA weitergeht.

Zentraler Streitpunkt sind die Personalkosten, vor allem des fliegenden Personals. Mit diesen Mitarbeitern hat es keine Einigung über Sparmaßnahmen gegeben.

Die AUA hat den Kollektivvertrag mit dem fliegenden Personal einseitig gekündigt und droht damit, Piloten und Flugbegleiter zwangsweise in den um etwa ein Viertel billigeren KV der Regionalflugtochter Tyrolean überzuführen. Dem neuen Chef Jaan Albrecht sind vor allem automatische Vorrückungen, hohen Pensions-und Abfertigungsansprüche sowie eine automatische Angleichung von Gehältern an die Inflation ein Dorn im Auge. Dies gilt für gut 300 Piloten und etwa 600 Flugbegleiter mit "alten" Verträgen, die von vor 2004 stammen.

Am gestrigen Montag hat der Betriebsrat zwar Zugeständnisse gemacht und sich bereiterklärt, bei den Gehältern 14 Mio. Euro und bei den Pensionsrücklagen 33 Mio. Euro einzusparen. Die AUA habe aber Einsparungen von 45 Mio. Euro beim Personal und 180 Mio. Euro bei den Pensionsrückstellungen verlangt, sagte Betriebsratsvorsitzender Karl Minhard - Zahlen, die die AUA nicht bestätigt. Größte Drohung des Personals ist, dass Piloten beim Übergang in den Tyrolean-KV kündigen, ihre hohen Abfertigungen kassieren und zur Konkurrenz wechseln könnten. Ob insbesondere die Emirates so viele AUA-Piloten aufnehmen würde, ist aber vorerst unklar.

Zug scheint abgefahren

Obwohl Betriebsrat und Management am Montagnachmittag nach Beendigung ihrer Gespräche die Bereitschaft zu weiteren Verhandlungen betont haben, ist es nach Angaben von AUA-Sprecher Peter Thier vor dem heutigen Aufsichtsrat zu keinen weiteren Gesprächen gekommen.

Die AUA ist zuversichtlich, ihren Sparplan bei der Lufthansa genehmigt zu bekommen und den Standort Wien nachhaltig abzusichern. Es gibt aber auch Gerüchte, die Lufthansa könnte ihre Österreich-Tochter auf einen regionalen Zubringer schrumpfen. Jedenfalls fallen die Entscheidungen über die Zukunft der AUA in der Zentrale in Frankfurt. Der heutige AUA-Aufsichtsrat soll bis zum frühen Nachmittag dauern.

APA

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