AUA: Dem Kranich platzt der Kragen

Den Chefposten von Bierwirth übernimmt Karsten Benz, bisher bei der AUA-Mutter Lufthansa Europachef für den Bereich Sales & Services.

Formal abgesegnet wird die Rochade im nächsten AUA-Aufsichtsrat am 13. März, bei dem es vor allem um ein überlebenswichtiges Sparpaket für die angeschlagene Airline geht.

Bierwirths Position bei der AUA war dem Vernehmen nach schon die letzten drei Monate in Frage gestanden. Er war ein Mann des früheren Lufthansa-Chefs Wolfgang Mayrhuber, mit dessen Abgang Ende 2010 verlor Bierwirth seinen Rückhalt. Nun greift die Lufthansa bei ihrer seit Jahren defizitären österreichischen Tochter intensiver durch. Vor drei Monaten wurde Jaan Albrecht den beiden Vorständen Bierwirth und Malanik vor die Nase gesetzt, nun muss Bierwirth gehen.

Sein Nachfolger kommt aus der Lufthansa Passage. Albrecht versucht mit für Österreich ungewöhnlich drastischen Maßnahmen die Personalkosten des Carriers zu senken: So hat er einseitig den Kollektivvertrag gekündigt, um die Mitarbeiter in den günstigeren Kollektivvertrag der Regionalflugtochter Tyrolean zu zwingen. Die Verhandlungen über ein neues Besoldungsschema laufen seither schleppend.

AUA soll Tyrolean werden

In der Lufthansa wird aber laut "Süddeutsche Zeitung" nun darüber nachgedacht, die AUA "ganz fallenzulassen" und stattdessen auf Basis der Tyrolean eine neue österreichische Fluglinie zu schaffen. Ähnlich war man bei den Töchtern in der Schweiz und in Belgien vorgegangen. Ob das friktionsfrei möglich wäre, müsste sich auch erst zeigen.

Die Bordmitarbeiter hielten am Freitag eine Betriebsversammlung ab, um sich zu informieren, wie es Betriebsratsvorsitzender Karl Minhard sagte. Auf den Flugbetrieb hatte dies am Nachmittag keine Auswirkungen. Von einem Streik will Minhard trotz der seiner Ansicht nach rüden Umgangsformen nichts wissen, sonst könnte man ihm allenfalls in die Schuhe schieben, wenn die AUA ins Trudeln gerät, meint er. Für die AUA stehen jedenfalls turbulente Zeiten bevor.

APA/hahn

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