Arzneimittelhersteller Pfizer wegen Steuerhinterziehung unter Verdacht

Gegen den Pharmakonzern Pfizer wird nach einem Bericht des Hamburger Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" in Deutschland wegen Steuerhinterziehung in dreistelliger Millionenhöhe ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Mannheim, die dem Magazin die Ermittlungen bestätigt hat, beschäftigt sich mit dem Fall seit 2006. Bis 2008 hatte der Produzent des Potenzmittels Viagra seinen deutschen Sitz in Karlsruhe und verlagerte ihn dann nach Berlin.

In einem Vermerk schreiben die Steuerfahnder laut "Spiegel", Pfizer habe die zwingend notwendige umsatzsteuerliche Erfassung verschiedener Pfizer-Firmen in Deutschland von 2001 an verhindert, um so Steuern zu hinterziehen. Konkret geht es um Lieferungen und Geschäfte verschiedener Pfizer-Firmen in Belgien, Irland und Deutschland.

Die Pfizer Deutschland GmbH in Berlin bestritt gegenüber dem "Spiegel" die Vorwürfe. Alle Lieferungen des Unternehmens seien auf der Grundlage geltender umsatzsteuerrechtlicher Vorgaben erfolgt. Dies beinhalte auch alle entsprechenden Umsatzsteuer-Zahlungen.

Für Unternehmen ist die Umsatzsteuer ein durchlaufender Posten. In der Regel können sie sich den Betrag vom deutschen Finanzamt zu großen Teilen erstatten lassen. Als möglicher Schaden wäre somit auch nicht die gesamte Summe relevant, sondern höchstens die dem Staat entgangenen Zinsen.

- APA

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