Arbeitsniederlegungen am Europäischen Streiktag in Spanien

Mit einem Generalstreik protestieren die spanischen Gewerkschaften am Mittwoch gegen die Arbeitsmarktreform der Regierung. Es ist der erste Generalstreik seit acht Jahren in dem von der Wirtschaftskrise schwer getroffenen Land. Es wird erwartet, dass das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen kommt. Auch in Griechenland und Slowenien gab es Protestaktionen gegen Sparmaßnahmen der Regierung.

In Brüssel wollten europäische Gewerkschafter eine Großdemonstration abhalten. Erste Auswirkungen des Streiks in Spanien machten sich in der Früh im öffentlichen Nahverkehr bemerkbar. Die Busfahrer legten ihre Arbeit nieder. Die Behörden rechnen zudem damit, dass zwischen 20 und 40 Prozent der internationalen Flüge ausfallen. An Kiosken gab es keine Zeitungen zu kaufen.

Nach Umfragen hatte die Mehrheit der Spanier an dem Streik nicht teilnehmen wollen. Die Gewerkschaften konzentrierten sich daher darauf, wirtschaftliche Schlüsselbereiche zu bestreiken. Dazu gehörten neben den Fabriken auch die Großmärkte, Verkehrsbetriebe und Flughäfen.

Die Arbeitsmarktreform des spanischen Ministerpräsidenten Zapatero war Anfang September vom Parlament gebilligt worden. Demnach wird es künftig für Firmen einfacher und kostengünstiger, Mitarbeiter zu entlassen. Zudem wird es Arbeitslosen erschwert, ein Job- oder Weiterbildungsangebot auszuschlagen. Unter anderem drohen Leistungskürzungen, sollten sie Angebote ablehnen. Spaniens Arbeitslosenquote ist nach dem Ende des Bau-Booms 2007/2008 auf 20 Prozent hochgeschnellt, so hoch wie in keinem anderen Land der Eurozone.

In Griechenland traten die Fahrer der Busse und der U-Bahnen von Athen sowie der nationalen Bahn in einen mehrstündigen Streik, Ärzte behandelten nur Notfälle. In Slowenien streiken die Staatsbedienstete schon den dritten Tag in Folge gegen eine von der Regierung geplante Aussetzung kollektivvertraglich vereinbarter Lohnsteigerungen. Der Beamtenstreik führte insbesondere zu einem Chaos an den Grenzen zu Kroatien, wo Frächter bis zu 18 Stunden auf die Abfertigung warten mussten.

- Red/APA

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