Trend Logo

AMS erhält 2024 für aktive Arbeitsmarktpolitik 1,4 Mrd. Euro

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
5 min
1,4 Mrd. Euro für Unterstützung bei der Jobsuche
©APA/APA/THEMENBILD/HERBERT PFARRHOFER
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Im Budget für 2024 sind 1,42 Mrd. Euro für die aktive Unterstützung bei der Jobsuche eingeplant. Das bedeute zwar einen Anstieg unter der Inflation im Vergleich zum Vorjahr, aber angesichts gesunkener Arbeitslosenzahlen seien es 4.000 Euro pro Jobsuchendem und nach diesem Kriterium "der zweithöchste Wert" der Geschichte, sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) am Freitag. Die AK begrüßte das Ausbleiben befürchteter Einsparungen, die WKÖ Investitionsanreize.

von

Im Budget für 2024 sind 1,42 Mrd. Euro für die aktive Unterstützung bei der Jobsuche eingeplant. Das bedeute zwar einen Anstieg unter der Inflation im Vergleich zum Vorjahr, aber angesichts gesunkener Arbeitslosenzahlen seien es 4.000 Euro pro Jobsuchendem und nach diesem Kriterium "der zweithöchste Wert" der Geschichte, sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) am Freitag. Allerdings kommt nur gut 1 Mrd. Euro aus dem Budget, der Rest aus der AMS-Rücklage.

Denn 2024 wird das AMS 386 Mio. Euro aus der Rücklage auflösen, das sind um 125 Mio. mehr als im langfristigen Pfad vorgesehen, zeigen Zahlen des Ministeriums. 2019, vor Corona, waren 1,2 Mrd. Euro für aktive Arbeitsmarktpolitik geflossen, damals kam ebenfalls gut eine Mrd. Euro aus dem Budget, 177 Mio. aus der Auflösung von AMS-Rücklagen.

Kocher ist "zufrieden"mit der Höhe des Budgets: "Man wünscht sich natürlich immer mehr, aber ich glaube, dass wir damit alle wichtigen Projekte aufrecht erhalten und noch die Schwerpunkte unterstützen können". Insgesamt hat sein Haus 9,35 Mrd. Euro für den Arbeitsmarkt zur Verfügung.

Im Programm für 2024 sind als Schwerpunktaktion 75 Mio. Euro für ein "Intensivprogramm für die Arbeitsmarktintegration von jungen Asylberechtigten und subsidiär Schutzberechtigten" vorgesehen. Das entspricht ziemlich genau dem Betrag, um den das AMS-Budget im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Das AMS soll mit dem Geld - in Zusammenarbeit mit anderen Förderprogrammen - Berechtigte unter 25 Jahren schneller in einen Job bringen. "Idealerweise ein paar Monate, ein halbes Jahr, das sollte der durchschnittliche Zeitablauf sein", so Kocher, der darauf hinwies, dass es immer schon sehr unterschiedlich lange dauere, bis jemand einen Job finde und nicht alle erfolgreich seien.

In den letzten Monaten seien pro Monat rund 1.000 Menschen mit Asyl- und Schutzstatus zusätzlich beim AMS gewesen, rund die Hälfte könnte unter 25 sein und damit von der speziellen Förderung profitieren, schätzt Kocher, wobei diese Zahlen monatlich schwanken würden.

Im Budget ist auch vorgesehen, dass die Gebühren für Meister- und Befähigungsprüfungen - dauerhaft und rückwirkend ab 1. Juli 2023 - erlassen werden. Rückwirkend aus Gründen der Fairness und damit niemand seine Prüfung aufschiebt. Außerdem sei die Streichung der Gebühren "ein Akt der Fairness", da es in Österreich im akademischen Bereich kaum eigene Kostenbeiträge gebe, sagte Kocher. Davon profitieren knapp 5.000 Menschen im Jahr, die Gebühren zwischen 800 und 1.300 Euro zahlen. Die Kosten für das Budget liegen 2024 bei 12, danach jährlich bei 10 Mio. Euro.

Die Förderung für ausländische Filme, FISA+, wird verlängert. 2024 stehen dafür 93 Mio. Euro zur Verfügung. Das ist eine Verdoppelung zum Vorjahr, als rund 45 Mio. Euro im Topf waren. Heuer seien aus dem Programm 54 Projekte unterstützt worden, so Kocher.

Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) wird um 18 auf 67 Planstellen aufgestockt. Damit sei sie "auf die Größe des Landes bezogen eine der schlagkräftigsten Behörden in Europa". Und vorbehaltlich der Unterschrift des Bundespräsidenten werde sie in Kürze auch wieder eine permanente Leitung haben, wie Kocher vermerkte.

Die Austrian Business Agency (ABA) erhält 3,5 Mio. Euro, um im Rahmen des Programms "Work in Austria" ausländische Fachkräften für den heimischen Arbeitsmarkt, anzuwerben. Das bedeute ein Plus von 1,5 Mio. Euro oder 72,8 Prozent zum Vorjahr. Der Schwerpunkt liegt derzeit in Brasilien, Indonesien und den Philippinen. Mit der Budgeterhöhung müssen aber auch gestiegene Beratungen zur Rot-Weiß-Rot-Card finanziert werden.

Über die Autoren

Logo
Abo ab €16,81 pro Monat
Ähnliche Artikel
Photovoltaik-Paneele über Obstkulturen produzieren nicht nur Strom
Nachrichtenfeed
Photovoltaik über Obstbau schützt vor Regen und Frost
Die Bundesregierung will Verbraucherrechte im Energiesektor stärken
Nachrichtenfeed
Sondergesetz soll mehr Wettbewerb am Energiemarkt bringen
Inflation sinkt in Österreich auf niedrigsten Wert seit September 2021
Nachrichtenfeed
Inflation im April bei 3,5 % - Fünfthöchster Wert in EU
Wintersaison: Bereinigt um Inflation und Kalendertage durchwachsen
Nachrichtenfeed
Tourismus - Nächtigungsrekord mit sparsameren Urlaubern
Weitere Proteste in mehreren Bundesländern geplant
Nachrichtenfeed
Fahrradboten setzen Warnstreiks nach Pfingsten fort
Fahrradboten ritten zum Warnstreik für mehr Lohn aus
Nachrichtenfeed
Fahrradboten ritten zum Warnstreik für mehr Lohn aus
Arbeitsmarkt 2023: Teilzeitquote stabil, viele Überstunden
Nachrichtenfeed
Arbeitsmarkt 2023: Teilzeitquote stabil, viele Überstunden
Die Addiko Bank könnte an die slowenische Bank gehen
Nachrichtenfeed
Addiko Bank rückt ins Visier von Investoren
Ausbau der Ladestellen kommt rasch voran
Nachrichtenfeed
Elektroautos im Vormarsch, aber hohe Preise schrecken ab
Der Vertrag von ÖBAG-Chefin Hlawati wurde bis Februar 2027 verlängert
Nachrichtenfeed
ÖBAG-Chefin will Dividende für Infrastruktur zweckwidmen
Viele Unternehmen sind nach dem Angriff Russlands geblieben
Nachrichtenfeed
Nur wenige ausländische Firmen kehrten Russland den Rücken
Selbstbediener-Kassen haben sich in Österreich noch nicht durchgesetzt
Nachrichtenfeed
Hofer will in bis zu 200 Filialen Selbstbedienungskassen