AMAG-Aktie startet mit Verlusten. Erstes Börsendebüt seit 2007 verläuft holprig

Ziemlich ernüchternd ist für den Ranshofener Alu-Konzern AMAG der erste Handelstag an der Wiener Börse verlaufen. Die Aktie startete bei 17 Euro um 10,5 Prozent unter dem Ausgabepreis, konnte sich bis gegen 13 Uhr bei einem Volumen von 1,4 Millionen Stück (Einfachzählung) aber auf 17,89 Euro erholen. Kleinanlegervertreter Wilhelm Rasinger kritisierte bereits die Vorbereitung des Börsegangs.

Die Leadmanager J.P. Morgan und BNP Paribas hätten "die Geschichte vermasselt", glauben Händler (österreichischer Banken) am Wiener Börseparkett. "Die Kürzung von 17 auf 14 Millionen (alte) Aktien war viel zu wenig - die haben am Mittwoch offenbar 100 Prozent zugeteilt und dann waren am Freitag keine Käufer mehr da", meinte ein Marktteilnehmer zur APA. "Ein IPO sollte eigentlich 1,5 bis drei Mal überzeichnet sein."

Im Laufe des Vormittags seien dann Käufer in den Markt gekommen, denen der Ausgabekurs zu hoch gewesen sei, was die Verluste dann begrenzt habe. "Dennoch glaube ich nicht, dass wir die 19 so bald wieder sehen." Auch für allfällige Absprachen über begleitende Kursstützungen seien die "Buchführer" verantwortlich und das seien nun einmal nicht die österreichischen Banken gewesen, meinte der Händler zur APA.

Rasinger wertete den enttäuschenden Einstand als "Strafaktion in Richtung J.P. Morgan". "Die AMAG hat sich dadurch nicht zu ihrem Nachteil verändert, das ist eine kleine Alu-Voest", so der Kleinanlegervertreter. Er kritisierte, dass man schon bei der Vorbereitung des Börsegangs die österreichischen Anleger vernachlässigt habe, sie "wären wahrscheinlich leichter zu gewinnen gewesen als englische oder deutsche." Die jetzigen niedrigeren Kurse seien verlockend, "im Supermarkt kauft man ja auch, wenn es eine Sonderaktion gibt", sagte Rasinger.

Die AMAG ist freilich nicht das erste Unternehmen mit einem verpatzten Börsedebüt. Einen schlechten Start hat vor zehn Jahren beispielsweise die Grazer Andritz erwischt, die heute ein Vielfaches ihres Ausgabepreises wert ist.

- APA

Wirtschaft

12 Fragen: Den Brexit verstehen

Sturmschäden: Wann die Versicherung zahlt

Versicherung

Sturmschäden: Wann die Versicherung zahlt

Bitcoins aus der Trafik: Grazer Start-up braucht keine Bankkonzession

Wirtschaft

Bitcoins aus der Trafik: Grazer Start-up braucht keine Bankkonzession