Wie den tödlichen Abverkaufswahnsinn stoppen?

„Schluss mit dem Drama­tisieren von Dingen, die wir nicht beeinflussen können!“

Weder noch. Wir sollten aufhören, uns andauernd mit Superlativen aufzuschaukeln und die allgemeine Stimmungslage weiter zu verunsichern. Mittlerweile wird ja sogar der tägliche Wetter­bericht zum Nervenkitzel, bei dem wir von einer Naturkatastrophe in die nächste schlittern. Bei allem Verständnis für die Probleme und Sorgen Einzelner dürfen wir nicht vergessen, dass es uns in Österreich relativ gut geht. Es besteht kein Grund, in einen panischen Kaufrausch zu verfallen, als ob es kein Morgen gäbe. Wir müssen aber ebenso wenig in einen Konsumstreik treten, aus lauter Angst, uns in Zukunft nichts mehr leisten zu können.

Natürlich wird das Kaufverhalten wieder deutlich Preis-Leistungs-bewusster. Natürlich wird weniger weggeworfen, ­angefangen von Autos über Bekleidung bis zu Nahrungsmitteln. Und natürlich sind die Konsumenten in ihrer Kaufentscheidung vernünftiger und selektiver. Aber das Grundbedürfnis, sich für das Erarbeitete oder Ersparte etwas zu leisten, ist ungebrochen, die Freude, sich selbst etwas zu gönnen oder anderen eine Freude zu machen, ungehemmt. Gerade zu Weihnachten, wo ohnedies alles durchs emotionale Vergrößerungsglas gesehen wird.

Dennoch dürfen wir auch nicht in der harmoniebedürftigen ­Mitte einschlafen. Es gibt genügend Themen im Handel, über die wir sachlich und ernsthaft nachdenken müssen: Wie bekommen wir wieder Kundenfrequenz in die aussterbenden Kleinstädte? Wie können wir den Geschäftsmix in Einkaufsstraßen und -centern bereichern (mittlerweile finden wir fast überall nur mehr die gleichen, wenigen Nahrungsmittel- und Modeketten)? Wie können wir den vor allem für kleinere Anbieter tödlichen Abverkaufswahnsinn stoppen (der Bekleidungshandel verkauft fast nur mehr vier Monate pro Jahr zu Regulärpreisen)? Wie können wir mehr gute Lehrlinge für den Handelsberuf begeistern?

Also Schluss mit dem hypernervösen Dramatisieren, insbesondere von Dingen, die wir nicht beeinflussen können. Das lenkt nämlich von den von uns selber lösbaren Problemen ab und zerstört das Konsumentenvertrauen und damit die Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Wirtschaftssystem.

Clinton kündigt Konsequenzen an
 

Aktuell

Heftige Kritik der USA nach Wikileaks-Enthüllungen

Originelle Geschenkidee zur Weihnachtszeit
 

Aktuell

FORMAT verlost drei Bier-Adventskalender

Originelle Geschenkidee zur Weihnachtszeit
 

Aktuell

FORMAT verlost drei Bier-Adventskalender