Wenn Spekulanten das Ungleichgewicht von Staaten ausnützen, führt das zu Problemen

„Nicht allein Griechenland, sondern die Untätigkeit der EU-Politik bringt den Euro ins Wanken.“

Viele haben uns davor gewarnt, dass die Einführung des Euros ohne gemeinsame, stärker koordinierte Wirtschafts- und Finanzpolitik in einer Katastrophe enden kann. Die Mängel einer solchen lückenhaften, halbherzigen Strategie haben sich anhand der Krise in Griechenland mehr als deutlich zu erkennen gegeben. Heute ist der Euro in Gefahr. Wenn die Finanzmärkte gut funktionieren und sich die spekulativen Tendenzen in Grenzen halten, fällt das Ungleichgewicht zwischen vorhandener Währungsunion und fehlender Wirtschaftsunion nicht auf. Nützen aber Spekulanten dieses Ungleichgewicht gezielt aus, dann kann dies zu massiven Problemen führen. Insbesondere dann, wenn die Liberalisierung der Finanzmärkte das oberste Gebot der „Politik“ bleibt. Denn in diesem Fall beraubt sich die Politik selbst aller Möglichkeiten, diesen nicht nur unmoralischen, sondern auch ruinösen Spekulationen entgegenzutreten.

Deshalb muss der Euro rasch um eine gemeinsame Wirtschaftsunion ergänzt werden.  Kommission und Rat sollten sich mit Unterstützung durch das EU-Parlament endlich durchringen, eine Art „Wirtschaftsregierung“ zu installieren, die die Währungsunion abstützt, die Finanzmärkte reguliert, Fehlentwicklungen in den Ländern verhindert und dabei einen permanenten Dialog mit der Euro­päischen Zentralbank führt. Dazu braucht es Visionen, Mut und den Willen zur Veränderung – allerdings heutzutage wenig populäre Eigenschaften. Nicht allein Griechenland bringt den Euro ins Wanken, sondern die Untätigkeit der Europäischen Politik. Scheitert der Euro, dann würden davon nicht nur Spekulanten, sondern auch Länder wie die USA oder China profitieren. Wer das will, soll weiter eifrig an der Verhinderung einer gemeinsamen Wirtschaftspolitik arbeiten. Als europäi­scher Sozialdemokrat hingegen will ich den Euro, ja Europa und seine Wirtschaftskraft sichern.

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