Universitäten sind Ausbildungsinstitutionen oder Bildungsstätten im Sinne Humboldts

„Bevor das geforderte Geld fließt, wäre es wichtig, zu formulieren, was man von den Unis erwartet.“

Begriffsverwirrung ist in der Universitätsdebatte vorherrschend. Anscheinend tun sich viele schwer, die Funktion der Hohen Schulen zu definieren. Daher ist es kein Wunder, dass einander widersprechende Forderungen gestellt werden: ­freier Zugang zu allen Studien, selbstbestimmtes Studieren ohne Leis­tungsnachweis, persönliche Betreuung durch das Universitäts­personal etc. pp. Doch bevor das schlussendlich geforderte Geld in die Universitäten fließt, wäre es wichtig, konzis zu formulieren, was man eigentlich von ihnen erwartet.

Entweder sie sind Ausbildungsinstitutionen:  Deren Wesen besteht darin, für die überwiegende Mehrzahl ihrer Studentinnen und Studenten eine höchstqualifizierte Berufsvorbereitung anzubieten – zum Diplomingenieur, zur Architektin, zum Berufsmusiker, zur Ärztin. Niemand sollte sich daran stoßen, dass – wie auch Fachhochschulen, diese jedoch in enger gestalteten Segmenten – solche Universitäten klar definierte Studienpläne vorlegen und zur Beschickung der notwendigerweise begrenzten Zahl von Seminar- und Praktikumsplätzen strenge Zugangsregeln festsetzen. Selbstverständlich bietet auch eine als Ausbildungsstätte definierte Universität ein Studium bis hin zum Doktorat an: für die wenigen ihrer Absolventen, die nach der berufsorientierten akademischen Ausbildung in einem darüber hinausgehenden Maß an der Universi­tät ihr Fach betreiben und mit eigenen Beiträgen voranbringen.

Oder aber sie sind Bildungsinstitutionen:  An einer solchen im Sinne Humboldts geprägten Universität stellt das Studium ­generale, bei dem in völlig freier Wahl Vorlesungen gehört werden und an Seminaren mitgewirkt wird, das ideale Studium dar. Nicht die Berufs­karriere zu planen, sondern die Grenzen des Wissens auszuloten ist in ihr das vorrangige Ziel. Die Universität als Bildungsort erlaubt den unbeschränkten Zugang: Mit ihrem Auditorium maximum lädt sie möglichst viele ein, sich an ihr zu bewähren. Doch zugleich ist sie höchst fordernd und spricht allein die wirklich Bildungshungrigen an: Jede Lehrveranstaltung, auch jene der ersten Semester, präsentiert rigoros das Wissen des jeweiligen Faches und lässt sogar in den Einführungsvorlesungen ahnen, was die vortragenden Professorinnen oder Professoren in ihrem Forschungsfeld leisten.
Natürlich darf man unbescheiden wünschen, dass Universität beides bietet. Aber keinesfalls als Mischmasch, denn dann sind in ihr sowohl Ausbildung als auch Bildung zum Scheitern verurteilt. Und welche der beiden Alternativen bevorzugt wird, entscheiden nicht allein die Angehörigen der Universität, sondern auch die sie finanzierende Öffentlichkeit.

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