Systemische Krisenursachen werden mit Psychologisierung und Hoffnung verdrängt

„Wenn Manager nicht mehr ganz so viel verdienen, nützt es wenig.“

Nach seiner Blüte hat der Neoliberalismus reiche Frucht gebracht: die große Krise von Finanz- und Realwirtschaft. Denn eine Hauptkomponente dieser Ideologie war die Forderung nach „Befreiung“ der Finanzmärkte gewesen. Bis in die 1970er-Jahre waren zwar die Gütermärkte liberalisiert worden, die Finanzmärkte aber blieben reguliert. Dagegen kämpften die Bannerträger des Neoliberalismus wie Friedman und Hayek. Die Ent-Fesselung der Finanzmärkte lenkte das Profitstreben auf kurzfristige Spekulation. Die dadurch verstärkten Kursschübe akkumulierten sich zu mehrjährigen Trends („bull markets“ und „bear markets“), welche Aktienkurse, Rohstoffpreise und Wechselkurse erfassten.

Die US-Finanzkrise weitete sich deshalb zu einer neuen Weltwirtschaftskrise aus, weil sie nach dem Boom von Immobilienpreisen, Aktienkursen und Rohstoffpreisen einen gleichzeitigen Absturz dieser drei Vermögenspreise auslöste. Seine Auswirkung auf die Realwirtschaft wurde dadurch verstärkt, dass ein Teil der Altersvorsorge auf Kapital„deckung“ umgestellt worden war.
Die systemischen Ursachen der Krise werden freilich verdrängt. Hauptgrund: Die Eliten können sich nicht mit ihren ideologischen Irrtümern auseinandersetzen. Dieser Verdrängung dienen zwei Hauptmechanismen. Erstens: die „Psychologisierung“ der Krisenursachen. Die Gier der Banker sei schuld oder der Realitätsverlust der Ratingagenturen. Therapie: Sie dürfen nicht mehr (ganz) so viel verdienen. Zweitens: das Prinzip Hoffnung, jetzt geht es wieder aufwärts mit den Kursen, und man kann weitermachen wie vorher („Sag ma, es war nix“). Ersteres nützt wenig, Zweiteres wird’s nicht spielen. Der jüngste Kursboom hat wieder ein ordentliches „Absturzpotenzial“ aufgebaut.

Clinton kündigt Konsequenzen an
 

Aktuell

Heftige Kritik der USA nach Wikileaks-Enthüllungen

Originelle Geschenkidee zur Weihnachtszeit
 

Aktuell

FORMAT verlost drei Bier-Adventskalender

Originelle Geschenkidee zur Weihnachtszeit
 

Aktuell

FORMAT verlost drei Bier-Adventskalender