Sowohl Manager als auch Politiker sind mit schuld

„Die Qualität der Versorgung muss sozial und regional gesichert bleiben.“

Wer glaubte, dass sich die Erfolgsgeschichte der ÖIAG ungebremst und grenzenlos fortsetzt, der irrte genauso wie diejenigen, die die steigenden Aktienkurse und die Gewinne aus Spekulationsgeschäften als ungeschriebenes Gesetz betrachteten. Geld und Werte sind nicht unbegrenzt vermehrbar. Wenn es keinen Käufer oder Interessenten gibt, dann fehlt auch der Wert. Und deshalb haben sowohl die Politik als auch die Manager Mitschuld an der gegenwärtigen Entwicklung.

Die Politiker insofern, als sie klare Spielregeln für die dem Allgemeinwohl dienenden Betriebe festgesetzt haben. Eine Post oder Telekom ist nicht mit einem Schuhhändler vergleichbar, sie hat auch einen öffentlichen Auftrag, nämlich die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit Dienstleistungen zu gleichen Bedingungen. Das heißt, es müssen auch dort die Briefe oder Pakete zugestellt werden, wo es sich wirtschaftlich nicht rechnet, oder Glasfaserkabel verlegt werden, wo nicht das große Geschäft sofort eintritt. Bei allem Verständnis für einen offenen und freien Markt müssen die Bedingungen für alle Anbieter so sein, dass die Qualität der Versorgung sozial und regional ge­sichert ist.

Wir dürfen nicht zulassen, dass private Anbieter sich dort die Rosinen herauspicken, wo es sich wirtschaftlich lohnt, und die öffentliche Hand auf dem restlichen trägen Teig sitzen bleibt. Dafür entsprechende Spielregeln zu schaffen wurde in Österreich genauso verabsäumt wie in der Europäischen Union, wo man alles der Wirtschaftlichkeit und dem Wettbewerb unterordnen will.

Die Manager haben insofern versagt, als sie einerseits die ­Politik nicht auf diese Rahmenbedingungen gezielt hingewiesen haben und andererseits ihre Superergebnisse über Jahre hindurch ausschließlich durch Personalabbau erzielten. Wo sind die kreativen Führungskräfte, die neue Geschäftsfelder erschließen und entwickeln und nicht ausschließlich auf die sündteuren Studien internationaler Beratungskonzerne setzen? Aber es ist halt einfacher, sogenannte Experten von außen zu holen, die weniger Personal als Heilmittel sehen, als sich mit der ­Zukunft eines Unternehmens zu beschäftigen.

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