Scheuklappen ablegen: Die ‚Mir san mir‘-
Mentalität ist dem Tourismus nicht förderlich

„Wir müssen mehr werben, und das können wir nicht alles selbst finanzieren.“

Wir steuern unausweich­lich auf eine Konsumkrise hin, und das Werben um den Gast wird im Winter zur ­Kardinalfrage werden. Deshalb wollen wir auch, dass die Österreich Werbung mehr Geld ­bekommt. Ich stimme mit Herrn Ribing nicht überein, wenn er sagt, es geht uns so gut wie 2007. Wenn wir das ­unseren Mitgliedern suggerieren, handeln wir unverantwortlich. Aber man sagt ­ihnen nicht, welche Strukturen zu verändern sind, damit die Mittel aufgestockt werden können.

Der Tourismus muss sich auf Strukturen verlassen können, die einwandfrei funktionieren und in Krisenzeiten keine neuen Fragen und Befindlichkeiten aufwerfen. Auch eine Zentrali­sierung des Tourismus befürworten wir als ÖHV. Die „Mir san mir“-Men­talität“ ist dem Fremdenverkehr nicht förderlich. Wir müssen die Scheuklappen ablegen und nach vorn schauen. Von uns wird immer Eigeninitiative gefordert. Da frag ich mich, wo wäre ich als Unternehmer, wenn ich die nicht schon längst gezeigt hätte. Wir suchen ja nicht nach Ausreden, sondern nach der Ausweitung unseres Geschäfts, und das ist nun mal nur mit Werbung und einem Qualitätsprodukt zu erreichen. Dafür steht jeder Hotelier in Österreich persönlich ­gerade.

Wir von der Hoteliervereinigung werden oft als Schwarz­maler hingestellt und als realitätsfremd beschimpft. Das WIFO hat Anfang des Jahres von einem Umsatzminus von 3 Prozent gesprochen, mittlerweile sind wir aber bereits bei 7,5 Prozent. Jeder Prozentpunkt kostet 100 Millionen Euro. Das sollte den Wirtschaftsminister stören und den Finanz­minister doppelt.

Wir haben die Nase näher am Markt und in dieser Hinsicht sollte die Politik auch ein Einsehen haben und uns in gewisse Entscheidungsprozesse mit einbeziehen. Den Standpunkt, den Rudi Tucek vertritt, kann ich nur wiederholen: Wenn wir aus der Realwirtschaft ständig als Störfaktor gesehen werden, fragt man sich, wer denn im täg­lichen Wettbewerb seine Brötchen backen muss beziehungsweise seine Zimmer füllen? Das Ministerium oder die Hotel­lerie? Wir befinden uns in einer globalen Wirtschaftskrise, und die Situation können wir gar nicht kritisch genug einschätzen. Brennend interessiert mich aber, wie bewältigen wir die Probleme, die auf uns zukommen? Den kommenden Winter, das ganze Jahr 2010? Wir müssen einfach mehr werben, und das können wir nicht alles aus der eigenen Tasche finanzieren. Es geht ja auch um 190.000 Arbeitsplätze. Den einen oder anderen Arbeitsplatz wird die Krise sicher auch in unserer Branche fordern.

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