Schaden des Strafbaren bedeutungslos im Vergleich zu legalem Ausnützen des Wissens

„Die Eliten können sich nicht von ihrer Marktreligiosität lösen. Also wird sich die Krise als Farce in 5 Akten entwickeln. “

Strafbares Insidertrading wird sich nie ausschalten lassen, die Verflechtungen zwischen Managern, Analysten und (großen) Anlegern sind zu eng. Ist auch nicht tragisch – der Schaden ist bedeutungslos im Vergleich zu den Folgen des legalen Ausnützens von Insiderwissen:
1. Banken wie Goldman Sachs, Deutsche Bank oder Morgan Stanley verkauften massenweise verbriefte Hypothekarkredite („Schrottpapiere“), gleichzeitig spekulierten sie mit selbst geschaffenen Derivaten auf einen Verfall dieser „securities“.
2. Die Beschleunigung des elektronischen Handels gibt den Profis „Tempovorteile“: Sie springen um (Milli-)Sekunden früher auf Kursschübe, die „Nachzügler“ (Amateure einschließlich vieler Pensionsfonds) zahlen Deppensteuer.
3. Die Deutsche Bank sammelt die Devisenorders ihrer global gestreuten Niederlassungen und hat durch diese „Autobahn“ (Händlerjargon) einen Vorsprung beim Erkennen von Trends.
4. Durch Derivatspekulation treiben Finanzinvestoren aller Art nach Ausbruch der Hypothekarkrise (Sommer 2007) die Rohstoffpreise in die Höhe.
5. Die Hilfe für die Finanzinstitutionen erweitert ihr „Spielkapital“: Nunmehr kann mit Steuer- und Notenbankgeld spekuliert werden, Aktienkurse und Rohstoffpreise boomen wieder.

All dies könnte man leicht eindämmen. Doch die Eliten schauen belämmert zu, sie können sich nicht von ihrer Marktreligiosität lösen. Also wird sich die Krise als Farce in 5 Akten entwickeln. Nach dem 1. Akt („Es kracht“) stehen wir am Beginn des 2. Akts („Wir machen weiter“), nach dem 3. Akt („Heulen und Zähneknirschen“) werden wir uns im 4. Akt der Katharsis nähern. Die frommen Gleichgewichts­ökonomen brauchen dazu noch einen 5. Akt.

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