Saftige Boni bergen sozialen Sprengstoff

„Keiner der Betroffenen würde bei einem teilweisen Verzicht der Armut anheimfallen.“

Im Zuge der aktuellen Krise bekommt man den Eindruck, dass vor allem jene die negativen Konsequenzen zu ­tragen haben, die am allerwenigsten die Verantwortung für die Entstehung der wirtschaftlichen Probleme tragen. Das sind Millionen Beschäftigte weltweit, die um ihren Job zittern oder ihn bereits verloren haben.

Gleichzeitig hört man von saftigen Bonifikationen und Abfertigungen für Spitzenmanager auch in diesen Tagen. Genau jene, die in den letzten Jahren kräftig abgesahnt haben, wollen offenbar genau so weitermachen wie bisher. Das versteht niemand, und das birgt, wenn dem nicht Einhalt geboten wird, einen nicht zu ­unterschätzenden sozialen Sprengstoff. Als Gewerkschafter rede ich natürlich nicht dem willkürlichen Eingriff in Arbeitsverträge das Wort. Es kann bei dieser Diskussion auch nicht um die Verträge der Beschäftigten der zweiten und dritten Führungsebene gehen, sondern um die Organe der Unternehmen.

Handeln müssen nun jene, die an den Schalthebeln der Macht sitzen.  Die globale Wirtschaftskrise muss Anlass sein, das gesamte System des entfesselten, neoliberalen Kapitalismus zu ändern. Die Reduzierung der Unterschiede zwischen den niedrigsten und den Spitzeneinkommen gehört zu einer dieser notwendigen Änderungen. Gerade im Bereich der Unternehmensführungen haben sich Systeme der Gehaltsfindung etabliert, wie etwa Stock Options, die zu völlig jenseitigen Dimen­sionen des Einkommens geführt haben. Die Schieflage in der Reichtumsverteilung war ja mit ein Grund für die Exzesse im Bereich der Finanzwirtschaft und letztendlich des Crashes.

Natürlich steht es jedem aktuell betroffenen Manager frei, auf seinen vertraglich zugesicherten Leistungen zu beharren. Insbesondere im Bereich der staatsnahen Wirtschaft, wo es um öffentliche Gelder geht, ist Sensibilität gefragt. Vor allem dort, wo ganz offensichtlich Managementfehler vorliegen. Keiner der Betroffenen würde im Falle des Verzichtes auf einen Teil der Ansprüche der Armut anheimfallen. Sie sollten an jene Menschen und Familien denken, die den Job mit nicht einmal 1.000 Euro Nettoeinkommen verlieren und künftig mit der Hälfte auskommen müssen. Hier zu handeln ist eine Frage des Anstandes.

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