Sämtliche Konsequenzen sind noch nicht absehbar

„Eine kräftige Wachstumsdelle steht ins Haus, über deren Dauer nur spekuliert werden kann.“

Im Moment scheint es, als purzle der internationale Finanzmarkt zusammen wie ein von heftigen Winden in Schieflage gebrachtes Kartenhaus. Der vielgeschmähte Casino-Kapitalismus und dessen Apologeten, die bis in die jüngste Vergangenheit so siegesgewiss Rekordmarke um Rekordmarke durchbrachen, sie geben sich zurzeit äußerst wortkarg und verlegen.
Unbehindert durch internationale Regulierungen haben sie mit scheinbar immer kreativeren Finanzprodukten immer absurdere virtuelle Wertsteigerungen designt, deren Entzauberung nun zu einer internationalen Vertrauens- und Glaubwürdigkeitskrise geführt hat. Ende und sämtliche Konsequenzen sind aus heutiger Sicht noch gar nicht wirklich absehbar.

Neben amerikanischen Hausbesitzern und den Angestellten der gecrashten Investmentbanken als ersten Opfern dieser größten Eruption seit dem historischen Schwarzen Freitag wird die Krise wohl auch auf die Realwirtschaft durchschlagen. Nicht umsonst geben Wirtschaftsforscher auch in Europa „Sturmwarnung“. Eine kräftige Wachstumsdelle steht ins Haus, über deren Dauer vorerst nur spekuliert werden kann. Im Unterschied aber zu 1929 versinkt jetzt niemand in falscher Hoffnung auf die korrigierenden und selbstheilenden Kräfte des Marktes. Die Politik stellt sich der Verantwortung und steht vor der Herausforderung eines Balanceaktes: den Totalcrash abzuwehren, ohne dass Spekulanten noch dadurch belohnt werden, dass ihre Verluste sozialisiert werden.

Und klarerweise bedarf es gerade jetzt entschiedener und europaweit koordinierter Maßnahmen, die eine Ansteckung der Realwirtschaft möglichst verhindern. Die ersten diesbezüglichen Initiativen zeigen, dass sich Europa diesem ökonomischen Super-GAU gewachsen zeigt und eine wirtschaftspolitische Firewall aufzieht. Weder hysterische Überreaktionen noch doktrinäres Stillhalten, sondern pragmatische Vernunft prägen das Bild. Präsident Sarkozy hat jedenfalls mit der Lockerung der Maastricht-Kriterien in die richtige Richtung gezeigt. Die öffentliche Hand muss jetzt ihre wirtschaftliche Verantwortung wahrnehmen und neue Impulse für die Konjunktur – etwa durch Investitionen in die öffentliche Infrastruktur – setzen. Zu diesem „New Deal“ des Jahres 2008 gehört aber auch, über Konsequenzen für ein weltweites Reglement der Finanzmärkte zu sorgen, um einen hinkünftigen Flächenbrand dieses Ausmaßes zu verhindern.

Clinton kündigt Konsequenzen an
 

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