Regierungen gießen Öl in wirtschaftliche Strohfeuer

„Boom und Zusammenbruch gehen auf staatliche Politik zurück.“

Unter Krisen auf Geldmärkten versteht man dreierlei:
1. Schwankungen des Ausmaßes von Finanzmarktrisiken,
2. seltene, aber historisch nicht ungewöhnliche Finanzzusammenbrüche und
3. große Veränderungen des internationalen Wirtschaftsumfeldes.

1. Etwa alle 5 bis 10 Jahre kommt es zu relativ starken Veränderungen von Wertpapierkursen, den sogenannten „fat tails“ ihrer Wahrscheinlichkeitsverteilungen: Große Preisausschläge, zumal nach unten, werden ungewöhnlich häufig. Mathematiker, die Kursentwicklungen nur aus guten Zeiten vorausberechnen, haben sich dann verrechnet.

2. Große Zusammenbrüche kommen etwa alle 40 bis 80 Jahre vor. Typischerweise gehen Boom und Zusammenbruch auf staatliche Schulden- oder Zinspolitik zurück: darauf, dass gerade Regierungen in ein kleines privatwirtschaftliches Strohfeuer kanisterweise Öl gießen. Danach versuchen Politiker, die zu dumm waren, um zu erkennen, was sie taten, die Verantwortung den Marktkräften zuzuschieben. So ging der Dollarverfall nach 1973 auf die inflationäre Finanzierung des Vietnamkrieges und geht der jetzige Zusammenbruch auf die inflationäre Geldpolitik der Federal Reserve unter Greenspan zurück. Typisch war der historisch größte Finanzmarktboom, 1720 in Frankreich und England: Die Aktienkurse stiegen binnen sechs Monaten auf das 7,5fache, in Frankreich in zweieinhalb Jahren gar auf das 55fache. Beide Staaten wollten ihre durch den Spanischen Erbfolgekrieg aufgehäufte Staatsschuld loswerden. Ungewöhnlich war nicht, dass der englische Premierminister Walpole im Parlament log, er habe die Unsolidität der Finanzspekulation und den kommenden Zusammenbruch vorausgesehen. Ungewöhnlich war nur, dass diese Lüge erst 200 Jahre später erkannt wurde. Auch wenn Mathematiker fehlspekulieren, haben sie Isaac Newton zum Vorbild, dem die damalige Krise „die Hosen auszog“.

3. Das dritte Phänomen sind seit 2000 gewaltige Weltsparüberschüsse über Anlagemöglichkeiten. Bis zu drei Viertel davon fließen in die reichen USA, wobei Greenspan das ganz normal fand; nur gehen sie dort vor allem in den Konsum! Dabei sind in den USA langfristige Zinssätze niedriger als in Europa oder China, ganz zu schweigen von den Dollarkursverlusten für ausländische Anleger. Aber jährliche Verluste von 5 bis 15 Prozent zu machen gehört anscheinend zum neuen Masochismus des einen guten Teil des US-Leistungsbilanzdefizits finanzierenden kommunistischen China!

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