Quotenregelungen halte ich für subtile Diskriminierung

„Ich würde mich schön bedanken, wäre ich nur wegen meines Frauseins Aufsichtsrätin.“

Da ich die Verhältnisse in Norwegen nicht kenne, bin ich auf Vermutungen angewiesen, warum der Frauenanteil in Aufsichtsräten tatsächlich mit einer Quote angehoben werden konnte. Vielleicht ist der Anteil an Frauen in Führungspositionen insgesamt höher und damit auch ein größerer Pool an möglichen Kandidatinnen vorhanden. Denn eines möchte ich vorausschicken: Ich bin sehr für Frauen in Aufsichtsräten, ich bin auch sehr für Frauen in Vorstandsetagen, aber ich bin grundsätzlich gegen Quotenregelungen und halte das für eine subtile Art der Diskriminierung. Wer will schon als die „Quotenfrau“ gelten? Wer will schon, dass einem nachgesagt werden kann, man sei nur dabei, weil man das passende Geschlecht hat? Ich bin Mitglied des Universitätsrates der Wirtschaftsuniversität Wien, wo mit drei Frauen von insgesamt fünf Aufsichtsräten die Quote von 40 Prozent übererfüllt ist. Meine Kolleginnen im Unirat bekleiden im Berufsleben durchwegs leitende Positionen, aufgrund derer sie offensichtlich für ein Aufsichtsorgan geeignet erschienen. Auch ich würde mich schön bedanken, wenn ich mit meinen insgesamt drei Aufsichtsratsmandaten nur wegen meines „Frauseins“ und nicht aufgrund meiner Kompetenz und Qualifikation betraut ­worden wäre.

Wegen ihrer Qualifikation und ihrer Erfahrung werden in der Privatwirtschaft neben aktiven führenden Unternehmerpersönlichkeiten vor allem ehemalige Vorstandsmitglieder oder -vorsitzende in Aufsichtsorgane eingeladen.  In diesem Pool an Personen, die in Führungspositionen sind, sind in Österreich nur wenige Frauen. Sowohl in privat geführten als auch in staatlichen oder teilstaatlichen Unternehmen herrscht kein wirkliches Gedränge von Frauen in den Vorstandsetagen. Dort wäre in erster Linie anzusetzen, der Rest ergibt sich dann von selbst, ohne Quoten zu bemühen. Was nötig ist, um den Frauen mehr Chancen für Führungspositionen einzuräumen, ist hinlänglich diskutiert, ich wiederhole es aber gerne: nämlich die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, da sind Frauen weitestgehend fremdbestimmt. Außerdem würde ich mir mehr Frauensolidarität wünschen. Ein Netzwerk über Parteigrenzen hinweg, in dem sich Frauen gegenseitig stützen und fördern, würde helfen. Ob das ein Wunsch ans Christkind bleibt?

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