Personenbezogener Wahlkampf im Vakuum

„Die SPÖ plakatiert Werner Faymann als messianischen Hoffnungsträger.“

Die bevorstehenden Neuwahlen entstanden aus einer negativen Situation – dem Scheitern der großen Koalition, der Enttäuschung und Desillusionierung über die Politiker, der Politikverdrossenheit ganz allgemein. Nicht verwunderlich daher, dass dieser Wahlkampf mit negativen Botschaften lanciert wurde: „Genug gestritten“ (SPÖ), „Es reicht“ (ÖVP), „Mit mir nicht“ (Grüne). Dies gilt genauso für die simplen Reimsprüche der FPÖ. Die Parteien bemühen sich, das inhaltliche Vakuum und den Mangel an politischer Substanz durch Personenbezogenheit wettzumachen: Die SPÖ plakatiert flächendeckend Werner Faymann als messianischen Hoffnungsträger. Sie will mit dem Konterfei des stoisch lächelnden neuen SPÖ-Chefs und dem Slogan „Die neue Wahl“ die Person Alfred Gusenbauers vergessen machen, ja ihn und seine Regierungszeit geradezu aus dem Gedächtnis der Öffentlichkeit tilgen. Dass Gusenbauer nach wie vor und bis auf weiteres Bundeskanzler ist, wird von den SPÖ-Wahlstrategen unter den Tisch gewischt.

Umgekehrt die ÖVP: Wilhelm Molterer wurde offenbar als zu wenig charismatisch und zugkräftig empfunden. Fast verschämt, so der Eindruck, hat man daher den ÖVP-Chef und Vizekanzler hinter überbordenden Textkaskaden und dem nunmehr im luftleeren Raum schwebenden Slogan des Koalitionsbruchs „Es reicht“ versteckt. In der zweiten Plakatwelle hat die Volkspartei Molterer dann doch noch hervorgeholt – als Verkörperung von Verlässlichkeit und Worttreue; unverkennbar als Gegenfigur zu Faymann.
Verfehlt war die Personen-Strategie bei den Grünen: Alexander Van der Bellen ist zwar ohne Zweifel der sympathischste unter den Politikern, aber hat da nicht erst kürzlich eine Diskussion über die längst fällige Verjüngung an der Parteispitze stattgefunden? Das neue Kürzel „VDB“ erinnert unseligerweise an den alten „VDU“ (Verband der Unabhängigen) oder an Karl-Heinz Grassers goldenes Monogramm „KHG“, über das sich seinerzeit die ganze Nation mokiert hatte. Dass die Paraphrase auf Schüssels „Wer, wenn nicht er“ im Slogan „Wann, wenn nicht jetzt“ ein Geniestreich der Grünen war, wage ich zu bezweifeln.

Clinton kündigt Konsequenzen an
 

Aktuell

Heftige Kritik der USA nach Wikileaks-Enthüllungen

Originelle Geschenkidee zur Weihnachtszeit
 

Aktuell

FORMAT verlost drei Bier-Adventskalender

Originelle Geschenkidee zur Weihnachtszeit
 

Aktuell

FORMAT verlost drei Bier-Adventskalender