ORF 1 ist am Weg zum Spartenkanal für US-Serien

„Das Publikum darf nicht für hausgemachte Probleme die Rechnung bekommen.“

Der ORF steckt in einer schweren wirtschaftlichen Krise, die nur zum Teil äußeren Umständen geschuldet ist. Hausgemachte Probleme wie die gescheiterte Programmreform 2007 in Verbindung mit der Digitalisierung oder das Konservieren überholter Strukturen spielen dabei ebenso eine Rolle wie das bisher herrschende strategische Vakuum. Wozu leisten wir uns einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk? Diese Frage muss klar beantwortet werden und für die Gebührenzahler nachvollziehbar sein. Jetzt geht es darum, den ORF als österreichischen Informations- und Unterhaltungsdienstleister fit für die Zukunft zu machen. Objektive Information und offene Diskussion sind etwa ebenso wichtige Dienstleistungen für unsere Demokratie, wie österreichische Produktionen und Unterhaltungsangebote Visitkarte und Spiegel österreichischer Identität sein sollen. Die teilweise Verwechselbarkeit des ORF mit privaten Anbietern – ORF 1 ist am Weg zum Spartenkanal für US- TV-Serien – ist ein Problem, das gelöst werden muss.

Die Zukunft des ORF zu sichern heißt jetzt vor allem, dass der ORF sich auf Basis einer klaren Strategie auf seine Kernkompetenzen und seine gesetzlichen Aufträge konzentrieren muss. Seine­ Leistungen müssen messbar und transparent sein. Außerdem braucht der ORF einen massiven Modernisierungsschub in seinen Strukturen. Die interne Organisation bildet vieles ab. Effizienz gehört nicht immer dazu. Nur ein schlanker ORF kann ein starker ORF sein. Der ORF muss eine seiner Stärken, die Landesstudios, besser für die Programmschöpfung einsetzen. Österreichische Identität ist keine Monokultur. Der ORF muss radikal sparen und seine Ausgaben in den Griff bekommen.
Wenn es in vielen Bereichen günstiger ist, auf externe Dienstleister zurückzugreifen, als hausintern produzierte Leistungen zuzukaufen, dann zeigt das klar: Der ORF produziert vieles viel zu teuer. Für den Weg aus der ORF-Krise gilt: Mehr Geld ist nicht die Lösung. Das Publikum darf nicht für hausgemachte Probleme die Rechnung präsentiert bekommen. Das ist wichtig für die Legitimation des öffentlich-rechtlichen Modells. Das ist wichtig für die Glaubwürdigkeit des ORF als gesellschaftlicher Dienstleis­ter, den wir in Zukunft vielleicht mehr denn je brauchen.

Clinton kündigt Konsequenzen an
 

Aktuell

Heftige Kritik der USA nach Wikileaks-Enthüllungen

Originelle Geschenkidee zur Weihnachtszeit
 

Aktuell

FORMAT verlost drei Bier-Adventskalender

Originelle Geschenkidee zur Weihnachtszeit
 

Aktuell

FORMAT verlost drei Bier-Adventskalender