Obama lässt Europa auf positive Überraschungen hoffen

„Trotz aller Hoffnungen könnte Europa auch mit Obamas Politik Schwierigkeiten haben.“

Um die Folgen der US-Wahl für Europa einschätzen zu können, ist ein Blick auf das gesellschaftliche Umfeld von Barack Obamas Wahlsieg notwendig. In den USA hat die Nervosität um sich gegriffen, im Kollektiven wegen der schweren Krise des Finanzsystems und der nun drohenden Rezession, aber auch im Individuellen. Denn viele US-Amerikaner durchleben im Moment ein Trauma: Sie haben es nicht geschafft, sich ihren Traum vom Eigenheim auf Dauer zu erfüllen. Zugleich leiden viele unter steigenden Behandlungs- und Medikamentenkosten, obwohl das US-Gesundheitssystem mit 16 Prozent Kostenanteil am BNP eines der teuersten der Welt ist. Die Gehaltsunterschiede zwischen Facharbeitern und Topmanagern haben sich in den vergangenen dreißig Jahren mehr als verzehnfacht. Immer mehr US-Bürger, die sich selbst noch zum Mittelstand zählen, sind armutsgefährdet. Deshalb hat sich in den USA zunehmend das dumpfe Gefühl verbreitet, dass der amerikanische Traum brüchig geworden ist.

„We need a change“ fiel deshalb auf fruchtbaren Boden. John McCain wirkte wie das Produkt des Kalten Krieges, als Vietnamkriegsveteran wie ein Mann aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Barack Obama dagegen zeigte sich zwar auch als US-Patriot – in den USA schließlich ein unüberwindbares Dogma. Er war aber zugleich ein Bürger des 21. Jahrhunderts: offen für große Probleme, mit der geistigen Flexibilität, auch auf Berater und Experten zu hören, ein Mann, der Europa auf positive Überraschungen hoffen lässt. Mit dem versprochenen Wandel hat er die Wahl gewonnen, außerdem geht er von einer ordentlichen demokratischen Mehrheit im Kongress gestützt in die kommende Präsidentschaft.

Trotz aller Hoffnungen könnte Europa aber auch mit Obamas Politik Schwierigkeiten haben, denn auch er wird die Außenpolitik der USA nicht von Grund auf verändern. Obama steht zum Beispiel zum Recht der USA auf präventive militärische Aktionen. Er glaubt allerdings auch an Diplomatie und wird verstärkt auf Europa zugehen. Das bedeutet aber auch, dass er Europa vor allem in internationalen Konflikten verstärkt in die Pflicht nehmen wird.

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