Nicht nur Risiko, auch Gewinnanteile
verstaatlichen

„Der Ruf nach ungezügelten Märkten verstummt bei dramatischen Verlusten schnell.“

Mit den Finanzmärkten ist es ein wenig wie mit einem Trapezakt. Solange alles klappt, ist es fein, die Künstler werden bewundert, und jede Vorsichtsmaßnahme wird als Schwäche verachtet. Wenn es allerdings brenzlig wird, hofft man auf ein Sicherheitsnetz. Zugegeben: Ob die jüngste Maßnahme der US-Regierung auch nachhaltig ist, muss sich noch zeigen. Dass sie dringend notwendig war, um Schlimmeres zu verhindern, darüber sind sich jedoch alle einig.
Ist die nunmehrige Euphorie der Börsianer über die Verstaatlichung der beiden US-Immobilienbanken auf ihre Einsicht zurückzuführen, dass auch die Beteiligung des Staates für ein Unternehmen positiv sein kann? Normalerweise wird ja behauptet, Staatsbeteiligungen schaden dem Börsenkurs. Erstaunlich ist nur immer wieder, dass der Ruf nach ungezügelten Märkten ohne Regeln und das Zurückdrängen des Staates dann ganz schnell verstummt, wenn dramatische Verluste gemacht werden oder große Unternehmen vor dem Ruin stehen. „Mehr privat – weniger Staat“ ist dann „en vogue“, wenn hohe Gewinne eingestreift werden. Droht der Verlust eines Unternehmens, wird nach dem Staat gerufen. Warum sollten eigentlich die Gewinne eins zu eins bei den Eigentümern landen, wenn sie im Verlustfall nicht die Konsequenzen tragen oder tragen können? Gern wird argumentiert, dass die Gewinne ja die Risikoprämie für den möglichen Verlustfall wären. Wenn allerdings das Risiko den Steuerzahlern umgehängt wird, ist es wohl mehr als gerechtfertigt, dass der Staat für hohe Vermögenszuwächse und Spekulationsgewinne einen Beitrag einhebt.

Aus diesem dramatischen Versagen der Finanzmärkte müssen wir lernen, um es in Zukunft zu verhindern. Ich bin überzeugt davon, dass florierende Finanzmärkte nicht eine Frage der Eigentumsverhältnisse, sondern sinnvoller Regeln und Frühwarnmechanismen sind. Es braucht sehr strenge Regeln, damit das System funktioniert. Und es braucht einen strengen Schiedsrichter, der über ihre Einhaltung wacht. Daher müssen wir dringend die europäischen Finanzmarktaufsichten stärken, den Schutz für die Kleinanleger verbessern und vor allem die Ratingagenturen beaufsichtigen.

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