Ministerielle Nebelgranaten sollen die Realität verbergen

„Die Gewerkschaften sind innovativ, die Bildungspolitikerin betoniert.“

Ministerin Schmied verkündete gleichzeitig mit der Erhöhung der Lehrerarbeitszeit um zehn Prozent, dass Lehrer im OECD-Vergleich zu wenig unterrichten und zu viel verdienen. Das sind bestenfalls Halbwahrheiten. Dieselbe Studie belegt nämlich, dass Österreichs Lehrer im internationalen Vergleich sehr geringe Anfangsgehälter beziehen. In den nächsten 15 Berufsjahren fallen sie noch weiter zurück. Erst kurz vor Ende des Berufslebens erreichen sie das international übliche Niveau. Und im sonst immer von Schmied gepriesenen Finnland unterrichten Lehrer trotz eines Unterstützungssystems, von dem man hierzulande nur träumen kann, deutlich weniger als in Österreich, um mehr Zeit für das einzelne Kind zu haben.
Ein junger Mensch, der an einer höheren Schule unterrichten möchte, studiert nach der Matura im Durchschnitt sechs Jahre an einer Universität. Danach – mit 24 oder 25 Jahren – absolviert er das einjährige Unterrichtspraktikum. Der Bezug des Jungakademikers: 905 Euro netto. Und wie geht es weiter? In der ersten Gehaltsstufe bekommt die mittlerweile 25- oder 26-jährige Junglehrerin – die meisten, die diesen Beruf ergreifen, sind Frauen – bei Vollbeschäftigung 1.400 Euro netto. Erst nach 20 Berufsjahren erreicht sie 2.080 Euro netto – für einen Job, der laut der vom Dienstgeber (!) in Auftrag gegebenen Arbeitszeitstudie an einer AHS 1.928 Stunden Jahresarbeitszeit umfasst. (1.800 sind es bei einem Arbeitnehmer mit 40-Stunden-Woche.)

Seit vielen Jahren fordert die Gewerkschaft vergeblich ein neues Dienst- und Besoldungsrecht für Neueinsteiger mit höheren Anfangsbezügen und einer flacheren Gehaltskurve.  Leistungsprämien werden vom Dienstgeber ebenso beharrlich abgelehnt. Seit Jahren stößt unsere Forderung nach einer gleich hochwertigen (und nicht gleichen!) Ausbildung aller Lehrer auf Master-Niveau auf die tauben Ohren der Politik.
Die Gewerkschaft ist innovativ, die Bildungspolitik(erin) betoniert. Ein ungewohntes Bild? Dass der Dienstgeber immer das Gegenteil behauptet, gehört zum kleinen Taktik-Einmaleins eines Arbeitskampfes. Ministerielle Nebelgranaten sollen eben die Wirklichkeit verbergen.

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