Managergehälter müssen überdacht werden

„Wer Arbeitsplätze aufs Spiel setzt, kann nicht mit Geldregen verwöhnt werden.“

Es ist verständlich, dass viele Menschen der Ärger packt, wenn das internationale Banken- und Finanzsystem mit Hunderten Milliarden an Steuergeldern gerettet werden muss, während gleichzeitig manche Manager, die mit hochriskanten Geschäften für die Krise mitverantwortlich sind, exorbitante Gehälter und Abfertigungen kassiert haben. Denn auch wenn in privaten Unternehmen die Gehälter grundsätzlich Sache der Eigentümer und des Aufsichtsrates sind, so hat sich in den letzten Jahren – ausgehend von den USA – ein Gehaltssystem im Top­manager-Bereich entwickelt, das von realer Leistung längst entkoppelt ist.

Nicht zu Unrecht hatte es für große Empörung gesorgt, als der Chef der Deutschen Bank mit seinem 14-Millionen-Euro-Einkommen Anfang 2005 das beste Ergebnis seit Jahren veröffentlichte und in einem Atemzug die Streichung von 6.400 Jobs ankündigte.
Die internationalen Finanzmärkte – Hedgefonds, Investmentbanken, Analysten und Shareholder – haben die Realwirtschaft durch massiven Druck auf bloß kurzfristige Ergebnisorientierung hin konditioniert. Dadurch ist der Fokus auf Nachhaltigkeit und langfristige strategische Ziele verloren gegangen. Dazu beigetragen haben sicher auch Incentive-Systeme für Managementeinkommen, die bloß „Börsenfantasien“ belohnten.

Die Gehaltssysteme im Bereich des Topmanagements müssen dringend überdacht werden – hier sind die Unternehmen und die Aufsichtsräte gefordert. In einer besonderen Situation wie der aktuellen, in der der Steuerzahler für Banken haftet, hat aber auch der Staat das Recht mitzureden. Das ist auch Teil des österreichischen Bankenrettungspakets. Wenn eine Bank den Rettungsplan in Anspruch nimmt und sich der Staat an einer Bank beteiligt, bekommt der Staat ein Mitspracherecht – auch bei den Managergehältern.
Kurz gesagt: Ökonomischer Erfolg, der durchaus auch pekuniär belohnt werden darf, muss neu definiert werden – am langfristigen, nachhaltigen Erfolg eines Unternehmens. Wer durch Spekulation und Finanzartistik die Existenz seines Unternehmens und Arbeitsplätze aufs Spiel setzt, kann nicht auch noch mit warmem Geldregen verwöhnt werden.

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